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Der LSC Leverkusen hat Flugplatz-Jubiläum gefeiert

60 Jahre Flugplatz Leverkusen. Diesen Anlass nutzte der LSC Leverkusen, um sein traditionelles Flugplatzfest mit einem Fly-in von Oldtimern zu bereichern. Der Aufwand hat sich gelohnt, denn die Zuschauer – darunter viele Familien mit Kindern – genossen die Atmosphäre am Flugplatz, ließen sich von den Flugzeug-Veteranen faszinieren und nutzten die Informationsangebote des Vereins. 

1.09.2019

Doppeldecker unter sich: Ein Modellflugzeug Ultimate über der Piste in Leverkusen, davor eine Pitts S2B Special. © V. K. Thomalla

Der Luftsportclub Bayer Leverkusen hat am Wochenende 31. August/1. September das 60-jährige Bestehen des Flugplatzes Leverkusen-Kurtekotten mit einem Flugplatzfest und einem Fly-in für Oldtimer gefeiert. Damit fand nach zwei Jahren wieder ein Tag der Offenen Tür auf dem Flugplatz statt, da sich der Verein 2018 entschlossen hatte, kein Fest zu organisieren. Die Entscheidung, in diesem Jahr das Flugplatz-Jubiläum zu feiern, erwies sich als goldrichtig, denn die Besucher des Festes bekamen einige sehenswerte Flugzeug-Veteranen sowie eine Demonstration des Querschnitts der Allgemeinen Luftfahrt und des Luftsports geboten.

60 Jahre Flugplatz Leverkusen

Der Flugplatz wurde am 12. Juli 1959 offiziell eröffnet. Der in Leverkusen beheimatete Bayer-Konzern hatte das zuvor landwirtschaftlich genutzte Gelände erworben und dem Luftsportclub (LSC) Leverkusen e. V. zur Verfügung gestellt. Der Beiname „Kurtekotten“ des Flugplatzes bezieht sich auf den Namen des Gehöfts, das früher an dieser Stelle stand, erzählt Hans-Dieter Schmick vom LSC Leverkusen im Gespräch mit Aerobuzz.

Vor der Platzeröffnung waren die Mitglieder des LSC Leverkusen auf verschiedenen Plätzen zu Hause: Dahlemer Binz, Wershofen in der Eifel und auf dem alten Kölner Flughafen Butzweiler Hof. Mit der Eröffnung vor 60 Jahren konnte der Verein seine Aktivitäten vor Ort entfalten.

Nach und nach wuchs die Infrastruktur am Platz, sagte Schmick. Man hatte mit einer Holzbaracke angefangen, dann folgten Hallen zum Abstellen der Flugzeuge, ein Towergebäude und ein Restaurant. Der Verein zählt heute rund 600 Mitglieder, darunter 350 Aktive. Der LSC Leverkusen bietet die gesamte Bandbreite der aviatischen Aktivitäten der Allgemeinen Luftfahrt und des Luftsports, vom Modellflug über den Segelflug, das Ballonfahren, das UL-Fliegen, das Gleitschirmfliegen, den Motorsegelflug und Motorflug. „Dass wir so breit aufgestellt sind, ist eine der Stärken des Vereins“, sagt Hans-Dieter Schmick. Die Segelflieger stellen mit rund 120 Mitgliedern die größte Gruppe innerhalb des Vereins, gefolgt von den Motorfliegern.

600 Mitglieder zählt der LSC Leverkusen

In den Hangars in Leverkusen stehen 13 Segelflugzeuge, 12 Motorflugzeuge (darunter sechs Vereinsflugzeuge), drei Motorsegler und zwei Ultraleichtflugzeuge. Diese Bandbreite präsentierte der Verein auch beim Flugplatzfest und informierte die Besucher über die vielfältigen Möglichkeiten des Selber-Fliegens im Verein.

„Beim Flugplatzfest in diesem Jahr haben wir uns bewusst auf Oldtimer konzentriert, da wir den Besuchern angesichts des Jubiläums auch einen Einblick in die Anfänge des Platzes bieten wollten“, sagte Schmick. Neben fliegenden Oldtimern waren auch mehrere historische Fahrzeuge ausgestellt.

Zu den Flugzeug-Veteranen in Leverkusen gehörten eine Bücker (CASA) 131, eine Lockheed Electra, eine Cessna 140, eine Cessna 195, eine Great Lakes, eine Siai-Marchetti SF-260 sowie eine Antonow An-2, der größte Doppeldecker der Welt. Weitere Highlights waren eine Pilatus P-3 in der Farbgebung der brasilianischen Marine, eine Beechcraft Twin Bonanza, eine Stampe & Vertongen SV.4C sowie die historischen Segelflugzeuge Grunau Baby und Schulgleiter SG 38.

Das älteste Flugzeug war auch das jüngste

Das bezüglich des Baujahres jüngste Flugzeug beim Flugplatzfest in Leverkusen war eines, welches erst im Juni den 100. Jahrestag seines Erstflugs gefeiert hatte: Die Junkers F13 mit dem Kennzeichen HB-RIM. Der Nachbau des ersten zivilen Ganzmetallflugzeuges der Welt, der Junkers Flugzeugwerke AG aus Dübendorf in der Schweiz, hatte erst im September 2016 in Dübendorf seinen Erstflug absolviert. Das älteste Flugzeugmuster in Leverkusen war also somit auch das jüngste Flugzeug am Platz.

Bemerkenswert war, wie der Verein den Besuchern des Flugplatzfestes einzelne Flugzeuge vorstellte und die ihnen näher brachte. Die 1964 gebaute Jodel DR.1050 D-EFDD präsentierte beispielsweise der Pilot Klaus List im Rahmen eines Interviews. Er erzählte, wie die Bezeichnung des französischen Herstellers Jodel entstand – nämlich aus den ersten Buchstaben der Nachnamen der Firmegründer Joly und Délémontez – dass sein Flugzeug bei einer Leermasse von 436 Kilogramm 314 Kilogramm zuladen kann, dass das Flugzeug von einem 100 PS (74 kW) starken Continental O-200-Motor angetrieben wird und über eine Reichweite verfügt, die es erlauben würde, von Leverkusen nach Aix-en-Provence ohne Zwischenlandung zu fliegen. Allerdings, so List, wären die Sitze des Flugzeugs nicht für diese langen Flüge ausgelegt. In der Regel würde er bis zu drei Stunden am Stück fliegen. Dieses Format der Flugzeugvorstellung gefiel vielen Besuchern, da es eben nicht nur aus Zahlen und Fakten bestand, sondern auch menschliche Komponenten mit einfließen ließ.

Volker K. Thomalla

 

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla ist seit 2016 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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