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Erfolgreiches Debüt der Smartflyer Challenge

Am vergangenen Wochenende fand im schweizerischen Grenchen das erste Fly-in für Elektroflugzeuge statt. Die Premiere ist gelungen, trotz schlechten Wetters am ersten Tag. Die bereits existierende Mustervielfalt der Szene überraschte.

14.09.2017

Dr. Frank Anton, Executive Vice President eAircraft bei Siemens, landete mit der eFusion von Magnus Aircraft in Grenchen. © Rudi Pilz

Der Regionalflugplatz Grenchen in der Schweiz war am vergangenen Wochenende Gastgeber des ersten Fly-ins für Elektroflugzeuge, der Smartflyer Challenge. Trotz des Regens am ersten Tag ließen sich die Zuschauer nicht davon abhalten, zahlreich zu diesem Event zu kommen.

Über ein Dutzend Firmen waren nach Grenchen gekommen und zeigten dort ihre fertigen Prototypen, ihre im Bau befindlichen Projekte und ihre Konzepte und Ideen. Dabei war auffällig, dass von den alteingessenen Herstellern aus der Allgemeinen Luftfahrt keiner den Weg an den Fuß des schweizerischen Jura gefunden hatte, sondern vor allem Start-ups.

Am Flugplatz Grenchen fand am vergangenen Wochenende das weltweit erste Fly-in für Elektroflugzeuge statt. © Rudi Pilz

Die Smartflyer Challenge definiert sich ausdrücklich nicht als Airshow, sondern als eine Kommunikationsplattform zum Austausch von Informationen und Gedanken zum Thema Elektroflug. Deshalb gab es auch ein Static Display mit verschiedenen Mustern, und es gab ein paar wenige Vorführflüge, bei denen sich die Zuschauer über die geringe Geräuschentwicklung, selbst im Formationsflug, aber auch die Leistungsfähigkeit der Elektroflugzeuge wundern konnten. Besonders spektakulär war ein Formationsflug beziehungsweise eine Formationsfahrt von der eFusion mit einem Tesla Model S und Tesla Model X.

Drei Elektroflugzeuge flogen bei der smartflyer Challenge in Grenchen in Formation mit einer Piper Cub. © Rudi Pilz

Die erste Landung eines Elektroflugzeugs in Grenchen gelang dem e-Genius des Instituts für Flugzeugbau der Universität Stuttgart. Auch die von Magnus Aircraft und Siemens entwickelte eFusion landete – vom Flugplatz Biel kommend – in Grenchen. Am Steuer saß Dr. Frank Anton, der Executive Vice President eAircraft bei Siemens. Die Einmot hatte am 11. April 2016 in Kecskemét in Ungarn ihren Erstflug absolviert und soll als Kunstflugtrainer zum Einsatz kommen.

Weitere Elektroflugzeuge bei dem Fly-in war die evolaris aus Biel in der Schweiz, die auf der Zelle des Kunstflugzeugs MSW Votec 221 beruht. Ein extrem leichtes Flugzeug ist die Archaeopteryx von Ruppert Composites, ein Einsitzer aus der Schweiz, der in verschiedenen Versionen angeboten wird. Alisport aus Italien brachte den elektrisch betriebenen Motorsegler Silent 2 Electro nach Grenchen.

Fachvorträge über Elektroflug

Mehr an das Fachpublikum als an die allgemeine Öffentlichkeit waren die Vorträge in den Ausbildungsräumen der Flugschule Grenchen. Zu den Vortragenden gehörten Dr. Frank Anton, der über elektrische Antriebe für Flugzeuge referierte. Jean-Luc Charron berichtete über den Stand der Dinge bei dem französischen Projekt, bei dem ein Elektroflugzeug testweise in den normalen Clubbetrieb integriert wird, und Tine Tomazic stellte zusammen mit seinem Kollegen Paolo Romagnolli von Pipistrel das Flugzeug Pipstrel Alpha Electro vor. Lange Aviation präsentierte die Antares E2, ein Brennstoffzellen-Flugzeug, das im Gegensatz zu anderen Elektroflugzeugen über eine sehr lange Flugdauer verfügt.

Der Elektroflug steht noch am Anfang seiner Entwicklung, das war allen Beteiligten bewusst. Aber genau deshalb ist eine Veranstaltung wie die Smartflyer Challenge wichtig, um die verschiedenen Player in der Szene mit den Behörden und anderen Beteiligten in Verbindung zu bringen. Außerdem dient ein solches Fly-in auch der Imagepflege der Allgemeinen Luftfahrt, denn die Besucher konnten sich mit eigenen Augen und Ohren davon überzeugen, wie der Stand der Dinge beim Elektroflug ist.

Der Termin für die nächste Smartflyer Challenge steht bereits fest. Sie soll am 1. und 2. September 2018 wieder in Grenchen stattfinden.

Volker K. Thomalla

 

Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla ist seit 2016 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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