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Garmin präsentiert Autoland-Funktion für die General Aviation

Garmin hat heute eine Revolution der Flugsicherheit in der General Aviation vorgestellt: Das Autoland-System, das bei einem Notfall ein Flugzeug autonom und sicher auf dem nächsten geeigneten Flugplatz landet. Die ersten Flugzeuge, bei denen das System installiert wird, sind die Piper M600 und die Cirrus SF50 Vision.

30.10.2019

Garmin revolutioniert mit der Autoland-Funktion die Flugsicherheit in der General Avaition. © Garmin Aviation

Garmin International hat heute eine revolutionäre Funktion vorgestellt, die das Zeug hat, die Sicherheit in der General Aviation nachhaltig und positiv zu beeinflussen: Garmin Autoland ist ein System, das ein Flugzeug in einem Notfall ohne menschliches Zutun zum nächsten geeigneten Flugplatz steuert und es dort automatisch landet. Dabei berücksichtigt das System Faktoren wie Wind, Wetter, Gelände, Hindernisse, verbleibende Treibstoffmenge an Bord und die Leistungsparameter des Flugzeugs. Faktoren für die Auswahl eines geeigneten Flugplatzes sind unter anderem die Verfügbarkeit eines GPS-Anflugverfahrens und die Pistenlänge.

Um Autoland in einem Notfall zu aktivieren, muss ein Mensch an Bord allerdings den entsprechenden Autoland-Knopf drücken. Das System kann sich aber im Bedarfsfall auch selbstständig aktivieren. In jedem Fall informiert Autoland nach der Aktivierung auch die Flugsicherung und teilt die Position sowie die Absichten des Flugzeugs mit.

Autoland kommuniziert mit ATC

Garmin Autoland informiert aber auch die Insassen an Bord des Flugzeugs über seine Absichten per Durchsage und per Anzeige auf den Displays. Die Insassen können jederzeit mit der Flugsicherung Kontakt aufnehmen. Sie müssen dazu nur den Anweisungen auf den Bildschirmen des Flugzeugs folgen. Das Powersetting bei der Aktivierung des Notfallsystems erfolgt durch die Autothrottle-Funktion.

Das System ist so ausgeklügelt, dass es beispielsweise selbstständig ein Holding fliegt, wenn es erkennt, dass das Flugzeug zu hoch ist, um das Fahrwerk auszufahren oder es Zeit benötigt, um die Klappen für einen stabilen Anflug zu auszufahren.

Nach der Landung bremst Autoland das Flugzeug automatisch und hält es auf der Centerline der Runway. Wenn das in Not geratene Flugzeug zum Stillstand gekommen ist, stellt das System automatisch die Triebwerke ab, so dass die Insassen das Flugzeug sicher verlassen können.

Das G3000 bei der Piper M600 verfügt über drei große Bildschirme sowie zwei GTC 570 Touchscreen Controller. © V. K. Thomalla

Sollte nach der Aktivierung von Autoland der Notfall behoben sein, und der Pilot kann das Flugzeug wieder selber steuern, ist eine Deaktivierung des Systems jederzeit durch einen Druck auf den Autopilot- (AP) Knopf möglich.

Zunächst wird das System für Flugzeuge verfügbar sein, die mit dem Garmin G3000 Flight Deck ausgerüstet sind. Als erste Hersteller haben sich Piper Aircraft und Cirrus Aircraft für eine Installation des Garmin Autoland entschieden. Piper wird das System in der Piper M600 anbieten, Cirrus in seinem Personal Jet Cirrus SF50 Vision.

Piper M600 und Cirrus Vision sind Vorreiter

Cliff Pemble, der Präsident und Hauptgeschäftsführer (CEO) von Garmin, sagte bei der Vorstellung des Systems: „Heute verändern wir die Luftfahrt. Wir stellen eine der wichtigsten Innovationen der Branche vor, das erste Autoland-System für Flugzeuge der Allgemeinen Luftfahrt. Die Enthüllung heute zeigt Garmin großes Engagement für die Entwicklung fortschrittlicher Technologien, die die Flugsicherheit erhöhen und Leben retten.“

Garmin bietet Autoland zusammen mit den Funktionen Emergency Descent Mode (EDM) und Electronic Stability and Protection (ESP) an. Dieses Paket mit dem Namen Garmin Autonmí ist das umfangreichste Sicherheitspaket für Flugzeuge der General Aviation aller Zeiten. EDM und ESP sind bereits verfügbar, während die Autoland-Funktion derzeit im Zulassungsprozess der US-Luftfahrtbehörde FAA steht.

Volker K. Thomalla

 

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla ist seit 2016 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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