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Lancair stellt neuen Doppelsitzer Lancair Barracuda vor

Auf dem EAA AirVenture in Oshkosh in dieser Woche hat der Kitplane-Hersteller Lancair International ein neues Bausatzflugzeug vorgestellt. Die Barracuda verfügt über zwei Sitze, soll 200.000 US-Dollar kosten und 200 Knoten Reisegeschwindigkeit erreichen.

27.07.2018

Auf dem EAA AirVenture 2018 präsentierte Lancair International den neuen Eigenbau-Doppelsitzer Lancair Barracuda. © Lancair

Der Kitplane-Hersteller Lancair International investiert weiter in den Ausbau seiner Flugzeugpalette. Zum EAA AirVenture, das in dieser Woche in Oshkosh im US-Bundesstaat Wisconsin stattfindet, brachte Lancair ein neues zweisitziges Bausatzflugzeug mit: Die Lancair Barracuda.

Die aus Faserverbundwerkstoffen gefertigte Einmot basiert auf der Lancair Legacy, hat aber im Gegensatz zu dieser einen einteiligen Flügel mit größerer Spannweite, was die Bauzeit deutlich verringert. Als Bausatzpreis für die schlanke, schnelle Einmot nannte Conrad Huffstutler, der Präsident von Lancair International, 200.000 US-Dollar (172.000 Euro). Darin enthalten sind Zelle, Motor, Propeller und Avionik. Da es sich um ein Bausatzflugzeug handelt, haben die Erbauer unendlich viele Möglichkeiten, das Flugzeug individuell zu konfigurieren, was allerdings auch Auswirkungen auf den Preis hat. Lancair hat den Doppelsitzer bewusst als Einsteigermodell für Amateurflugzeugbauer positioniert. „Wir haben die besten Eigenschaften der Mako genommen und sie in eine Einsteiger-Lancair integriert für Piloten, die maximale Flugleistungen für ein Minimum an Zeitaufwand und Budget haben wollen“, sagte Conrad Huffstutler. „Wir erwarten, dass wir ein großes Stück vom Kuchen des Doppelsitzer-Marktes abbeißen können.“

200 Knoten Reisegeschwindigkeit

Lancair-Flugzeuge sind für ihre guten Reisegeschwindigkeiten bekannt. Da soll die Barracuda keine Ausnahme von der Regel werden. Huffstutler rechnet mit einer Reisegeschwindigkeit von 200 Knoten (370 km/h) und „exzellenten Steigraten, Reichweiten und Zuladung“. Als Standard-Motorisierung für die Barracuda hat Lancair den Lycoming-Vierzylinder O-390-X mit 210 hp (157 kW) vorgesehen.

Das Bugrad der Barracuda ist einziehbar, allerdings muss der Pilot dafür nichts machen. Ab einer bestimmten Geschwindigkeit fährt es dank der „Auto-Retracting“-Funktion ein beziehungsweise aus. Diese Funktionalität gibt es bereits bei der viersitzigen Lancair Mako. Durch das einziehbare Bugrad gewinnt das Flugzeug zwischen zehn und zwölf Knoten Reisegeschwindigkeit.

Lancair verkauft die Barracuda in so genannten „Subkits“, das heißt, dass immer nur die Teile geliefert werden, die für einen Bauabschnitt notwendig sind. Beim EAA AirVenture konnten Kunden die Barracuda gegen eine Anzahlung von 1.000 US-Dollar bestellen, aber die ersten Subkits werden erst während des ersten Quartals 2019 ausgeliefert. Die kompletten Kits werden erst im dritten Quartal 2019 zur Verfügung stehen.

Bau-Unterstützung für Anfänger

Lancair bietet auch bei der Barracuda Bau-Unterstützung an, damit weniger erfahrene Amateurflugzeugbauer ihr Flugzeug unter fachkundiger Anleitung im Werk in Uvalde bauen können.

Die 1981 von Lance Neibauer in Orgeon gegründete Firma hat bislang über 2.200 Flugzeug-Bausätze verkauft, von denen über 1.000 auch fliegen. Im Februar 2017 wurde die Firma nach Uvalde im US-Bundesstaat Texas verkauft, da sich die Besitzer komplett auf die Entwicklung der einmotorigen Hochleistungsflugzeuge Evolution konzentrieren wollten. Lancair International hat auch die Betreuung der älteren Lancair-Modelle mit übernommen.

Volker K. Thomalla

 

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla ist seit 2016 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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