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Siemens-Elektromotoren treiben die Eviation Alice an

Das israelische Start-up-Unternehmen Eviation Aircraft hat sich beim Antrieb für sein Elektroflugzeug Alice für Motoren von Siemens entschieden. Der Zeitplan des Projekts ist ehrgeizig: Das neunsitzige Flugzeug soll noch in diesem Jahr fliegen und 2021 zugelassen sein. 

21.02.2019

Eviation hat sich bei der Motorisierung seines Elektroflugzeugs Alice für ein Antriebssystem von Siemens entschieden. © Eviation

Eviation Aircraft aus Tel Aviv treibt das Projekt eines Regionalflugzeugs mit Elektroantrieb mit hohem Tempo voran. Das Unternehmen will das Flugzeug namens Alice bereits in diesem Jahr erstmalig in die Luft bekommen und bis 2021 zertifiziert haben. Mit dem ersten Einsatz im kommerziellen Dienst rechnet Eviation Aircraft im Jahr 2022.

Alice soll mit einer einzigen Aufladung seiner Batterien neun Passagiere (plus eine Crew von zwei Piloten) mit einer Geschwindigkeit von 220 Knoten über eine Entfernung von 1.045 Kilometer befördern können. Drei 260 kW starke Elektromotoren sind als Antrieb vorgesehen. Neben einem Motor im Heck des Flugzeugs sind die anderen beiden Antriebe in den Flügelspitzen integriert und reduzieren so den induzierten Widerstand, den andere Flugzeuge mit Winglets reduzieren. Mit einer Länge von 12,20 Metern und einer Spannweite von 16,12 Metern ist Alice relativ kompakt gebaut.

Bahnbrechende Technologien

Um die durchaus ehrgeizigen Flugleistungen zu erreichen und den Zeitplan einzuhalten, müssen die Konstrukteure bahnbrechende Technologien verwenden. Beim Antrieb ihres dreimotorigen Elektroflugzeugs haben sie sich nun für Motoren von Siemens entschieden. Eviation begründete die Entscheidung für die Zusammenarbeit mit Siemens damit, dass der deutsche Konzern führend sei in der Entwicklung extrem leichter und kompakter Hochleistungsmotoren mit hoher Leistung, die extra für die Anwendung in Luftfahrzeugen vorgesehen sind. Siemens und Eviation werden gemeinsam an der der Integration des Antriebssystems arbeiten. Zu den Schwerpunkten der Kooperation gehöre die Integration des Antriebssystems in das Fly-by-Wire-System, die Entwicklung eines Wärmemanagementsystems sowie die strukturelle Integration des Antriebssystems.

Dr. Frank Anton, Leiter von eAircraft bei Siemens, sagte: „Wir von Siemens glauben, dass wir uns in einer neuen Ära der Luftfahrt und der Mobilität befinden, einer Ära, die von leistungsstarken elektrischen Antrieben, Automatisierung und Effizienz bestimmt wird. Deshalb ist Eviation der ideale Partner für uns. Diese Partnerschaft wird einen Meilenstein in der Branche darstellen. Wir sind bestrebt, Technologien zur Verfügung zu stellen, die Lösungen für einige der schwierigsten Probleme der Welt bieten.“

Omer Bar-Yohay, der Hauptgeschäftsführer von Eviation, sagte: „Wir freuen uns sehr darauf, mit Siemens zusammenzuarbeiten, um das erste, voll funktionsfähige, rein elektrisch angetriebene Regionalflugzeug zu entwickeln, und wir freuen uns, mit solch‘ legendären Partnern wie Siemens zusammenzuarbeiten, die unsere Vision teilen, sauberen Regionalflugverkehr für alle zu ermöglichen.“ Auf der Paris Air Show im Juni dieses Jahres will das Unternehmen das Flugzeug ausstellen.

Volker K. Thomalla

 

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla ist seit 2016 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

1 Kommentar

  • daywalker

    Bei der Konfiguration frage ich mich sofort, wie hier ein Triebwerksausfall bei einem der äußeren Motoren gehandhabt wird? Da müßte auch der zweite zurückgefahren werden und nur noch mit dem mittleren Heckmotor geflogen werden. In der Zivilluftfahrt sind ja, anders als bei den Militärs, keine „natürlich“ instabilen Flugzeuge erlaubt. D. h. eine Automatik, die hier die Trimmung verändert, um den Schub des funktionsfähigen Motors auszugleichen, wäre nicht erlaubt, oder irre ich hier? (Eines der Probleme bei Nurflüglern, die bis heute nur im Militär fliegen). Und warum wird eigentlich Fly-by-Wire noch immer hervorgehoben? Nach über fünfzig Jahren im Einsatz ist es erschreckend, das es so selten eingebaut wird. Fly-by-Light würde bei mir wenigstens eine Augenbraue bewegen. Der Fortschritt ist offensichtlich eine Schnecke…

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