Homepage » General Aviation » Stratos hat die 714 vergrößert und nennt sie nun Stratos 716

Stratos hat die 714 vergrößert und nennt sie nun Stratos 716

Stratos Aircraft hat nach Rückmeldungen von Kunden seinen einstrahligen Personal Jet vergrößert und bietet ihn jetzt als Stratos 716 an. Die ersten Exemplare werden allerdings nur als Bausatzflugzeuge auf den Markt kommen.

17.08.2018

Aerial view of blue sky and clouds

Der Stratos 716X ist die Bausatzvariante des geplanten zugelassenen Personal Jets Stratos 716. © Stratos Aircraft

Stratos Aircraft aus Redmond im US-Bundesstaat Oregon ist ein ehrgeiziges Start-up-Unternehmen. Das erste Flugzeug, das die junge Firma auf den Markt bringen will, ist gleich ein einstrahliger Personal Jet. Dazu hat Stratos ein Proof-of-Concept-Exemplar mit dem Namen Stratos 714 gebaut, das im November 2016 erstmalig geflogen ist. Seitdem hat das Flugzeug, das von einem JT15D-Turbofan aus dem Hause Pratt & Whitney Canada angetrieben wird, bei 130 Flügen 185 Flugstunden gesammelt. Die Reisegeschwindigkeit der 714 hat der Hersteller mit rund 400 Knoten beziffert. Mit vier Insassen und einer NBAA IFR-Reserve für einen 100 nautische Meilen entfernten Ausweichplatz soll die Reichweite bei 1.500 nautischen Meilen (2.779 Kilometer) liegen.

Phänomenale Reaktionen auf die Vorstellung

„Als wir die Stratos 714 im vergangenen Jahr auf dem Markt vorgestellt haben, erhielten wir phänomenale Reaktionen“, berichtet Carsten Sundin, der Technik-Vorstand (CTO) von Stratos Aircraft. „Es wurde schnell klar, dass der Markt die Flugleistungen und den Komfort, den wir anbieten, sucht, allerdings in einem wirklichen Sechssitzer.“ Deshalb hat sich die Firma entschlossen, die Stratos 714 zu vergrößern und umzubenennen. Der neue einstrahlige Jet des Unternehmens heißt Stratos 716 und erhält eine 79 Zentimeter längere und um 9 Zentimeter auf 1,53 Meter verbreiterte Kabine.

Die Stratos 716/716X erhält ein geschlepptes Fahrwerk. © Stratos Aircraft

Der Jet wird komplett aus Faserverbundwerkstoffen gefertigt. Stratos hat in Redmond viel in Maschinen investiert. In der neu gebauten, 3.809 Quadratmeter großen Fabrikhalle schneiden Maschinen die Kohelfasermatten, und Laserprojektionen helfen, die einzelnen Matten exakt in die Formen zu platzieren. Die Stratos 716/716X erhält ein geschlepptes Fahrwerk für weiche Landungen, und soll zwei G3X-Bildschirme von Garmin sowie ein GTN 750 als Multifunktions-Display bekommen. Der Autopilot des Jets kommt ebenfalls von Garmin aus Olathe in Kansas. Eine automatische Druckkabine soll den Piloten entlasten.

Erst kommt eine Experimental-Version

Der Hersteller plant, zunächst eine Bausatzversion der Stratos 716 auf den Markt zu bringen. Diese Selbstbau-Personal Jets vermarktet das Unternehmen unter dem Namen Stratos 716X. Die erste 716X ist bereits verkauft. „Wir sehen die 716X als den nächsten logischen Schritt auf unserem Weg zur Zulassung“, erläutert Sundin. „Das gibt Kunden, die nicht lange auf die Zulassung warten wollen, außerdem schon viel früher die Möglichkeit, eine Stratos 716X zu besitzen und zu betreiben.“

Für das Kitflugzeug Stratos 716X bietet der Hersteller ein „Builder’s Assistiert Program“ an. © Stratos Aircraft

Der Hersteller unterstützt Selbstbauer mit einem „Builder’s Assist Program“, bei dem die künftigen Besitzer unter Aufsicht von Stratos-Angestellten ihr Flugzeug in Redmond selber bauen können.

Die offizielle Preisliste für die 716X sowie weitere Programmdetails will Stratos Aircraft im vierten Quartal dieses Jahres veröffentlichen. Dann akzeptiert der Hersteller auch weitere Bestellungen. Derzeit plant der Hersteller nicht, auf die jährlich stattfindende Geschäftsluftfahrtmesse NBAA-BACE zu gehen. Im vergangenen Jahr hatte dort die Stratos 714 debütiert.

Nach einer gewissen Anzahl von Stratos 716X wird die Firma auch eine nach FAR 23 zugelassene Serienversion des Einstrahlers anbieten. In diesen Flugzeugen soll ein moderner Turbofan wie beispielsweise das PW535 von Pratt & Whitney Canada sowie ein G3000-Avionikpaket von Garmin installiert werden. Diese Flugzeuge sind dann – im Gegensatz zu den Experimental-Jets auch im kommerziellen Betrieb als Lufttaxi und für den konventionellen Executive-Chartereinsatz geeignet.

Volker K. Thomalla

 

 

Folgen Sie uns auf Twitter
Liken Sie uns auf Facebook

 

 

Auch interessant:

EAA AirVenture: Das größte Fly-in der Welt startet heute

Lancair stellt neuen Doppelsitzer Lancair Barracuda vor

Das 10.000 Van’s Homebuilt ist geflogen

 

Über Volker K. Thomalla

zum Aerobuzz.de
Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla ist seit 2016 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.