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Toyota investiert 394 Mio. US-Dollar in Air Taxi von Joby Aviation

Die Toyota Motor Corporation steigt groß in das Segment der Air Taxi-Dienste ein. Der Konzern investiert fast 400 Millionen US-Dollar in die 2009 gegründete kalifornische Firma Joby Aviation, die ein eVTOL-Air Taxi entwickelt, das von einem Piloten gesteuert wird. 

19.01.2020

Das US-Start-up-Unternehmen Joby Aviation hat in einer Finanzierungsrunde Anfang 2020 rund 590 Millionen US-Dollar Kapital für die Umsetzung seines Air Taxis erhalten. © Joby Aviation

Es gibt derzeit scheinbar kein großes Mobilitätsunternehmen, dass sich nicht in irgendeiner Form dem Thema des künftigen, luftgestützten, innerstädtischen Verkehrs widmet. Rund 200 (!) Air Taxi-Projekte befinden sich derzeit weltweit in verschiedenen Stadien der Konzeption beziehungsweise der Entwicklung. Wie viele dieser Projekte jemals fliegen werden und in den praktischen Einsatz gehen, wird die Zukunft zeigen. Investoren schreiben diesen Air Taxi-Projekten eine große Zukunft zu und investieren Millionen-Summen.

Das bereits 2009 gegründete kalifornische Start-up-Unternehmen Joby Aviation hat gerade eine neue Finanzierungsrunde für sein senkrecht startendes und landendes Air Taxi erfolgreich beendet. Es hat nicht weniger als 590 Millionen US-Dollar (537 Millionen Euro) an frischem Kapital bei dieser Runde eingesammelt und die bisher in das Unternehmen gesteckte Investitionssumme damit auf 720 Millionen US-Dollar (655 Millionen Euro) erhöht.

Zu den Investoren der neuen Runde gehört allen voran die Toyota Motor Corporation, die allein 394 Millionen US-Dollar (359 Millionen Euro) in das Unternehmen steckt. „Die Luftfahrt ist ein langfristiges Ziel für Toyota“, sagte Akio Toyoda, der Präsident und Hauptgeschäftsführer (CEO) der Toyota Motor Corporation bei der Bekanntgabe der Beteiligung. „Wenn wir die Herausforderung des Luftverkehrs gemeinsam mit Joby Aviation, einem Innovativ im aufstrebenden Segment der e-VTOLs, annehmen, dann erschließen wir uns das Potenzial, das Transportwesen und das Leben der Zukunft zu revolutionieren.“

Joby Aviation setzt auf Piloten

Im Gegensatz zu vielen anderen Projekten in diesem Segment, setzt Joby Aviation auf bemannte Air Taxis und nicht auf autonom fliegende Passagierdrohnen. Das Fluggerät von Joby Aviation ist für vier Passagiere und einen Piloten ausgelegt. Es soll komplett elektrisch fliegen und eine Spitzengeschwindigkeit von 320 km/h erreichen. Als Reichweite gibt der Hersteller 240 Kilometer mit einer Batterieladung an. Als besonderes Merkmal seines von sechs Motoren in Kippgondeln angetriebenen Fluggerätes preist der Hersteller die geringe Geräuschentwicklung. Es sei 100 mal leiser als ein konventionelles Flugzeug bei Start und bei der Landung und sei im Überflug fast lautlos, so der Hersteller.

Das Unternehmen hat nach eigenen Angaben bereits einen Prototypen seines Air Taxis entwickelt und gebaut. Fotos von dem Fluggerät im Flug hat das Unternehmen bislang aber nicht veröffentlicht. Mit dem jetzt eingesammelten Geld will es die Entwicklung und den Bau eines Serienproduktes beschleunigen. Es hat bei der US-Luftfahrtbehörde FAA offiziell mit einem formalen Zulassungsprogramm für sein Fluggerät begonnen. Joby Aviation will seine Vision von urbanen Air Taxi-Services in drei Schritten realisieren: Der erste Schritt besteht darin, ein geeignetes Luftfahrzeug zu bauen, beim zweiten Schritt wird mit diesem Flugzeug ein entsprechender Service erprobt und in Testregionen installiert. Im dritten Schritt will Joby Aviation seine Flugdienstleistungen in großem Maßstab ausweiten. Im Dezember letzten Jahres hat die Firma mit Uber Elevate ein Kooperationsabkommen unterzeichnet. Ab 2023 sollen die ersten Air Taxi-Dienste versuchsweise in ausgewählten Regionen starten.

Das Unternehmen hat auch schon für die NASA am Projekt X-57 Maxwell gearbeitet und expandiert und sucht derzeit an seinen Standorten Santa Cruz, San Carlos und Marina in Kalifornien 240 Mitarbeiter aus verschiedenen Bereichen. Neben Konstrukteuren, Fertigungstechnikern, Ingenieuren mit Erfahrung in Zulassungen werden auch Flugtestingenieure, IT-Spezialisten und Avioniker gesucht.

Volker K. Thomalla

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla ist seit 2016 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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