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XtremeAir überrascht mit zwei neuen Kunstflugzeugen

Seit der Übernahme der XtremeAir durch einen tschechischen Investor mit Luftfahrt-Know-how geht es bei dem Hersteller von Kunstflugzeugen wieder voran. Auf der AERO in Friedrichshafen überraschte die XtremeAir die Besucher gleich mit zwei neuen Flugzeugen.

14.04.2019

Die XA42 Gold ist als Kunstflugzeug mit Reiseflug-Eigenschaften ausgelegt. © Uta Thomalla

Seit September letzten Jahres gehört der in Hecklingen in Sachsen-Anhalt beheimatete Flugzeughersteller XtremeAir der tschechisch-chinesischen Investmentfirma Skyleader. Die verfügt über Luftfahrt-Know-how und ist seit rund 20 Jahren in Europa im Geschäft. Die Übernahme der XtremeAir war für die Firma ein strategisches Investment.

Xtreme Aircraft entwickelt einen Aerobatic-Trainer mit der Bezeichnung XA22. © Uta Thomalla

Hannes Haas, Marketing & Sales Support bei XtremeAir, sagte im Gespräch mit Aerobuzz, die Firma habe bereits 70 Flugzeuge hergestellt. Der neue Investor Skyleader verfolge eine klare Strategie für die Firma. Dazu gehöre neben der Fortsetzung der Produktion der beiden Kunstflugzeuge XA41 und XA42 (Unlimited Category Aerobatics) auch der Launch eines neuen Aerobatic-Trainers, der XA22.

Auf der AERO 2019 in Friedrichshafen feiert der Hersteller dann die Premiere für das neue Projekt und präsentierte einen Rumpf, um die Reaktionen des Marktes auf das Konzept zu testen und ein Feedback von potenziellen Kunden zu erhalten. Die Struktur der XA22 wird – wie die der XA41/42 – ebenfalls aus Faserverbundwerkstoffen bestehen und ist damit korrosionsfrei.

XA22 ist ein reinrassiger Aerobatik-Trainer

Die beiden Sitze sind in Tandemanordnung eingebaut, unter der Cowling wird wahrscheinlich ein Lycoming AEIO-390-A1 mit 210 PS (157 kW) seine Arbeit verrichten. Ein Zweiblatt-Propeller von MT-Propeller soll die Motorkraft in Vortrieb umwandeln. Die maximale Abflugmasse der XA22 ist mit 999 Kilogramm vorgesehen, das Lastvielfache liegt bei +/-8 g. Als maximale Reisegeschwindigkeit sind 156 Knoten vorgesehen, die VNE soll bei 225 Knoten liegen. Der maximale Treibstoffvorrat von 231 Litern soll für eine Reichweite von 782 nautischen Meilen (1.450 Kilometer) sorgen.

Als Trainingsflugzeug bekommt die XA22 verstellbare Pedale für beide Insassen sowie eine Instrumentierung beider Pilotenplätze. Als Länge des Flugzeugs gibt XtremeAir 6,70 Meter und als Spannweite 7,50 Meter an. Beider Werte können sich aber noch geringfügig ändern, abhängig vom Feedback der potenziellen Kunden, das die Firma während der Messe in Friedrichshafen erhalten hat.

Als Markt für die XA22 sieht der Hersteller nicht nur Flugschulen, die Kunstflug ausbilden, sondern auch Anbieter von Upset Prevention and Recovery Training, und selbst Anbieter von Erlebnisflügen, die Kunden das Gefühl von Kunstflug vermitteln wollen.

Die Xtreme Air aus Cochstedt zeiget auf der AERO 2019 ihre aktuelle Produktpalette, zu der auch die XA42 gehört. © Uta Thomalla

XtremeAir wartete aber auf der AERO noch mit einem zweiten neuen Flugzeug auf: Der XA42 Gold, ein Aerobatik-Doppelsitzer, der zwar seinen Nutzern zwar erlaubt, Kunstflug auf dem Niveau der Unlimited-Kategorie zu fliegen, der aber auch Reiseflüge erlaubt. Dazu haben die Konstrukteure einen 190 Liter großen Gepäckraum hinter dem Cockpit installiert, der mit bis zu 25 Kilogramm Gepäck verladen werden darf. Avionikseitig wird in der XA42 Gold ein Garmin-Glascockpit vom Typ G3X mit G5 EFIS, GTN 650-GPS, einem GTX 345R-Transponder und – eher ungewöhnlich in einem Kunstflugzeug – ein Garmin-Autopilot GFC 500 verbaut.

Ein Lycoming-Sechszylindermotor AEIO-580-B1A mit 235 kW (315 PS) sorgt für ein flottes Vorankommen (max. Cruise 185 KIAS) und ein ebenso flottes Steigen (3.212 ft/min). Die Reichweite ist bei einer Reserve von 60 Minuten Flugzeit mit 1.050 nautischen Meilen (1.945 Kilometer) errechnet. Das Lastvielfache gibt der Hersteller mit +/-10 g an, aber die Struktur wurde in Versuchen bis zu +26 g und -19 g getestet.

Neben einem ansprechend gestalteten Leder-Interieur weist die XA42 Gold – die wahrscheinlich bald als XA42 GT vermarktet wird – auch ein besonderes Detail auf: Sobald die Cockpithaube geöffnet und der Haltegurt der Haube entlastet wird, fährt eine kleine Stufe aus dem Rumpf hinter der Tragfläche aus, die den Insassen den Einstieg erleichtert. Das Fliegen mit einem Kunstflugzeug muss sportlich sein, der Einstieg darf etwas bequemer sein.

Volker K. Thomalla

 

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla ist seit 2016 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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