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Bell: Mehr Auslieferungen, weniger Umsatz

Der zum Textron-Konzern gehörende Hubschrauberhersteller Bell hat im vergangenen Jahr mehr zivile Hubschrauber ausgeliefert als 2017. Allerdings trübt die Umsatzentwicklung die Lage, denn der Umsatz des Herstellers ist rückläufig.

8.02.2019

Die Bell 505 Jet Range X ist mit einer Länge von 12,95 Meter ein kompaktes Kraftpaket. © V. K. Thomalla

Bell hat dank des Erfolgs seines kleinsten Musters, der Bell 505 Jet Ranger X, im vergangenen Jahr die Zahl der Auslieferungen ziviler Hubschrauber um 44 Prozent steigern können. Eine absolute Zahl nannte Bell nicht, die lässt sich aber leicht errechnen: 2017 hatte das Unternehmen 192 Hubschrauber ausgeliefert, inklusive 68 Drehflüglern der Typen AH-1, Huey II und V-22, die eindeutig militärische Luftfahrzeuge sind. Zieht man diese von der Gesamtzahl 192 ab, bleiben 124 zivile Hubschrauber im Jahr 2017. Addiert man nun 44 Prozent (54 Exemplare) zu den 124 zivilen Helikoptern aus 2017, erhält man 178 zivile Helikopter, die Bell 2018 an Kunden übergeben hat.

Umsatz und Gewinn sind 2018 gesunken

Der Umsatz bei Bell ist nach Angaben des Mutterkonzerns Textron von 3,317 Milliarden US-Dollar 2017 auf 3,180 Milliarden US-Dollar 2018 gesunken. Auch der Gewinn war rückläufig. Er sank von 114 Millionen US-Dollar (100 Millionen Euro) 2017 um 6 Millionen auf 108 Millionen Dollar (95 Millionen Euro) im vergangenen Jahr. Den Grund für diesen Rückgang sieht Bell vor allem in einem Militärgeschäft, das ein geringeres Volumen erreicht hatte als in den Vorjahren.

Trotzdem richten Textron und Bell ihren Blick optimistisch in die Zukunft. Der Auftragsbestand wuchs nämlich deutlich: Am 31. Dezember 2017 lag er bei 4,6 Milliarden Dollar (4,05 Milliarden Euro), am Ende des Jahres 2018 war er um über 26 Prozent auf 5,8 Milliarden US-Dollar (5,1 Milliarden Euro) angewachsen.

Das Erprobungsprogramm der Bell 525 Relentless ist im neuen Bell Flight Research Center (FRC) in Arlington, Texas, beheimatet. © Bell

Gründe zum Optimismus gibt es mehrere: Die Bell 505 JRX steht erst am Anfang ihrer Produktion. Der Hersteller hat im Juni 2018 das 100. Exemplar des einmotorigen Helikopters ausgeliefert, und die Produktion hat noch nicht ihre volle Schlagzahl erreicht. Mit der Bell 407GXi, die 2018 gelauncht wurde, hat der Hersteller seinem wichtigen Muster ein vom Markt gefordertes Upgrade verpasst, dass bei den Kunden ankommt. Die Bell 525 Relentless schließlich, der bislang größte Hubschrauber in der Produktpalette des Herstellers, soll 2019 zugelassen sein. Die Prototypen des neuen Musters haben bis Ende 2018 über 1.300 Flugstunden absolviert. Mit der Zulassung wechselt die Relentless von der Investitions- in die Produktionsphase und wird zum Umsatz des Herstellers beitragen.

Außerdem ist Bell momentan in einer Phase der Transformation von einem reinen Hersteller von Drehflüglern zu einem Mobilitätsanbieter, der neben Hubschraubern und Kipprotorflugzeugen auch UAVs für bemannte und unbemannte Aufgaben anbieten wird. In diesem Geschäftsfeld hat der Hersteller aufgrund seiner Erfahrungen und seines technischen Know-hows bessere Voraussetzungen als viele Start-ups, die mit vielen Ideen, großem Enthusiasmus, aber ohne Erfahrungen den Markt erobern wollen. Bell hat diese neue Ausrichtung der Firma auch in einer Namensänderung manifestiert: Seit Februar 2018 nennt sich das Unternehmen nur noch Bell und nicht mehr Bell Helicopter Textron.

Volker K. Thomalla

 

 

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