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Zwei Gazelle-Hubschrauber sind in Südfrankreich abgestürzt

Zwei Trainingshubschrauber der französischen Heeresflieger sind heute gegen 08.30 Uhr in Südfrankreich abgestürzt. Alle fünf Insassen sind bei dem Unglück ums Leben gekommen. 

2.02.2018

Die Flugschule der französischen Heeresflieger (EALAT) in Cannet-des-Maures nutzt die Gazelle als Trainingshelikopter. © Frédéric Lert

Heute hat sich eine Midair-Kollision zwischen zwei Schulungshubschraubern der französischen Heeresflieger ereignet. Das Unglück passiert am 2. Februar um 8.30 Uhr Ortszeit in der Nähe des Lac de Carcés, rund 50 Kilometer nordöstlich von Toulon im Département Var. Bei dem Unglück wurden die fünf Insassen getötet. Ein Besatzungsmitglied galt zunächst als vermisst. Die beiden Gazelle Hubschrauber gehörten zur Flugschule der französischen Heeresflieger EALAT (Ecole de l’Aviation Légère de l’Armée de Terre), die sie für die Fortgeschrittenen-Ausbildung nutzt. Die Verteidigungsministerin Florence Parly hat aufgrund des Absturzes einen angekündigten Besuch beim Windkanal der Forschungseinrichtung ONERA in Moden abgesagt und hat sich zum Unglücksort begeben.

Erstflug der Gazelle war bereits 1967

Trotz ihres Alters – der erste Flug des Gazelle-Prototyps fand bereits 19767 statt, und die Indienststellung beim französischen Heer sechs Jahre später – ist der Gazelle-Hubschrauber noch ein nützliches Muster für die ALAT. Die gilt vor allem für Panzerabwehr-Version Viviane, die über Nachtkampffähigkeiten verfügt.

Die ALAT plant, rund 80 Gazelle-Hubschrauber bis 2030 zu betreiben. Neben der Version Viviane sollen auch die mit Mistral-Raketen ausgerüsteten Flugabwehr-Helikopter im Bestand verbleiben. Die Flugleistungen des Musters sind für manche Umgebungen nicht ausreichend, dass ist der ALAT bewusst, aber die geringe Größe des Hubschraubers sowie die in großer Zahl noch verfügbaren HOT-Panzerabwehrraketen haben dieses Muster trotzdem bei einigen Auslandseinsätzen zum bevorzugten Einsatzmittel gemacht. Die maximale Abflugmasse von nur 2.100 Kilogramm führt immer mal wieder dazu, dass sich die Gazelle-Besatzungen entscheiden müssen, ob sie ihre Tanks komplett füllen wollen oder mehr Munition mitnehmen. In die Tanks der Gazelle passen 437 Liter, und der Verbrauch pro Stunde liegt bei 180 Litern.

Ein weiteres, wichtiges Einsatzgebiet der Gazelle ist die Fortgeschrittenen-Ausbildung bei der EALAT auf dem Ausbildungsstützpunkt Base École General Lejay in Cannet-les-Maures, rund 20 Kilometer vom Absturzort entfernt. In Bezug auf militärische Flugbewegungen ist dieser Flugplatz mit 30.000 Bewegungen jährlich der drittgrößte in Frankreich. An dem Standort ist auch das französisch-deutsche Ausbildungszentrum für die Besatzungen des Kampfhubschraubers Tiger angesiedelt. Der im Hinterland der Mittelmeerküste gelegene Flugplatz bietet eine große Vielfalt an verschiedenen Geländeformen, vom Mittelmeer über Flachland bis hin zu einer hochalpinen Umgebung.

Frédéric Lert

 

 

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