Homepage » Helikopter » Airbus Helicopters liefert weniger Hubschrauber aus als im Vorjahr

Airbus Helicopters liefert weniger Hubschrauber aus als im Vorjahr

2017 war für Airbus Helicopters ein schwieriges Jahr. Der Hersteller lieferte 409 Drehflügler aus und nahm Bestellungen für 350 Hubschrauber entgegen. In dem sich selbst verordneten Transformationsprozess ist Airbus Helicopters dagegen ein gutes Stück weitergekommen.

26.01.2018

2017 erhielt Airbus Helicopters Bestellungen für 19 H175. © Airbus Helicopters

Der europäische Hubschrauber-Hersteller Airbus Helicopters hat 2017 409 Hubschrauber an Kunden übergeben. Dies sind neun Hubschrauber weniger als noch ein Jahr zuvor. Auch der Auftragseingang sank von 388 Exemplaren im Jahr 2016 auf 335 im Jahr 2017. Damit sank das Verhältnis der ausgelieferten Hubschrauber zu den neu bestellten auf 0,81. Ein „Book-to-bill-Verhältnis“ von unter 1 bedeutet, dass der Auftragsbestand abnimmt.

Betrug der Auftragsbestand zum 31. Dezember 2016 noch 766 Drehflügler, so sank er zum 31. Dezember 2017 auf 692 Exemplare. Damit wären die Werke bei gleichbleibender Produktionsfrequenz noch eineinhalb Jahre ausgelastet.

Die südkoreanische Rettungsorganisation 119 Rescue hat zwei weitere H225 bei Airbus Helicopters bestellt. © Airbus Helicopters

Bei der Mischung der Aufträge ist ein klarer Trend in Richtung der mittleren und schweren Hubschrauber zu erkennen. Airbus Helicopters hat 2017 insgesamt 54 Aufträge für Hubschrauber der Super Puma-Familie erhalten – obwohl der Offshore-Markt für das Muster derzeit besonders schwierig ist – und feste Aufträge für 19 die Super-Medium H175. Im Segment der leichten einmotorigen Helikopter hat der Hersteller 168 feste Bestellungen verbuchen können, während es im Segment der leichten zweimotorigen Hubschrauber 105 Bestellungen gab.

Im Mai 2017 hat Airbus den 700. Hubschrauber vom Typ H130 an einen Kunden übergeben. © Airbus Helicopters

Der Hersteller hat im vergangenen Jahr die Fertigung seines kleinsten Musters, der H120, komplett eingestellt.

Fortschritte beim H160-Programm

Große Fortschritte wurden dagegen nach Unternehmensangaben beim H160-Programm gemacht. Im Oktober startete der dritte Prototyp des neuen Medium-Helikopters zum Erstflug. Airbus hatte das Projekt auf der Heli-Expo 2015 erstmalig der Öffentlichkeit als Nachfolger der H155 präsentiert. Die maximale Startmasse soll bei sechs Tonnen liegen. Angetrieben wird das neue Muster von zwei Safran Helicopter Engines Arrano 1A. Die Zulassung des Musters ist für 2019 angestrebt.

Drei Prototypen bestreiten die Flugerprobung der H160. Der neue Helikopter soll 2019 zugelassen sein. © Airbus Helicopters

Mit der H160 hat Airbus Helicopters einen industriellen Transformationsprozess eingeleitet, der die Firma schlanker, aber gleichzeitig stärker aufstellen soll. „Wir schließen nun das erste Kapitel der unternehmensweiten Transformation“, sagte Guillaume Faury, der Hauptgeschäftsführer (CEO) von Airbus Helicopters, bei der Präsentation der Zahlen. Er wird im Februar auf den Chefsessel der Verkehrsflugzeugsparte von Airbus Commercial Aircraft wechseln, wo er Fabrice Brégier beerbt, der im Februar aus dem Amt scheidet.

„Unsere Ergebnisse im Jahr 2017 sind ein Beweis für die großartige Arbeit, die unsere Teams geleistet haben, um unsere industriellen Prozesse zu transformieren, unsere Produkte und Dienstleistungsangebote zu verbessern, während wir gleichzeitig einen ehrgeizigen Fahrplan aufstellen, um die Zukunft des vertikalen Fluges vorzubereiten“, sagte Faury. Als erstes Projekt der industriellen Evolution des Herstellers hat Airbus Helicopters im vergangenen Jahr ein neues Werk für die Produktion von Rotorblättern in Paris-Le Bourget eröffnet.

Ein weiteres bemerkenswertes Ereignis in der Geschichte von Airbus Helicopters im vergangenen Jahr war der erste Spatenstich für die Endmontagelinie in Qingdao in der Provinz Shandong in China. Dort sollen schon ab 2019 die ersten Hubschrauber aus der Halle rollen. Geplant ist zunächst eine Fertigung von 100 H135 in den nächsten zehn Jahren.

Volker K. Thomalla

 

 

 

Weitere Beiträge über Airbus Helicopters:

Airbus Helicopters hat die H120-Produktion beendet

Airbus Helicopters H215 schließt Demo-Tour in China ab

Airbus Helicopters landet Aufträge aus Japan

 

 

Über Volker K. Thomalla

zum Aerobuzz.de
Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla ist seit 2016 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.