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Boeing holt zehn deutsche Firmen in das Team Chinook

Boeing hat heute auf der ILA in Berlin die CH-47 Chinook vorgestellt. Der US-Hersteller präsentierte dabei auch zehn deutsche Firmen, die mit Boeing bei dem Wettbewerb um den neuen Schwerlasthubschrauber der Bundeswehr zusammenarbeiten werden.

25.04.2018

Boeing hat eine Artist Impression der CH-47F Chinook in Lackierung der Luftwaffe veröffentlicht. Copyright: Boeing

Der Wettbewerb um den künftigen Schwerlasthubschrauber der Bundeswehr ist eines der beherrschenden Themen der ILA 2018 in Berlin, die heute ihre Tore geöffnet hat. Die Bundeswehr hat die Ausschreibung bislang noch nicht veröffentlicht, aber es gibt nur zwei mögliche Kandidaten: Die Boeing CH-47 und die CH-53K der Lockheed Martin-Tochter Sikorsky Aircraft.

Boeing zeigt auf der ILA zwei Chinooks: Eine von der britischen Royal Air Force und eine von der United States Air Force. An jedem Tag der ILA wird eine CH-47 um 14.00 Uhr im Flugprogramm der Messe zu sehen sein.

Team Chinook nimmt Formen an

Auf der Pressekonferenz zur CH-47 Chinook stellte Michael Hostetter, Director Vertical Lift Programs bei Boeing, zehn deutsche Firmen vor, die mit Boeing bei der Chinook zusammenarbeiten werden. Die Firmen sind: AERO-Bildung, CAE, Diehl, Liebherr Aerospace, Rockwell Collins Deutschland, Rolls-Royce, Aircraft Philipp, Cotesa Composites, Honeywell Deutschland und Reiser.

Welche Aufgaben die einzelnen Firmen übernehmen, wollte Hostetter aus Wettbewerbsgründen nicht verraten. Er sagte aber, dass man den Hubschrauber, sollte die Bundeswehr ihn auswählen, komplett in Deutschland warten würde, und dass das Training ebenfalls komplett in Deutschland stattfinden solle.

Die Bundeswehr hat noch keine Angebotsaufforderung (Request for Proposal – RFP) veröffentlicht. Abhängig von den Anforderungen des Kunden könnten auch noch andere Firmen zum Team Chinook hinzukommen, so Hostetter. Er erwartet die Angebotsanforderung bis Ende dieses Jahres oder Anfang des nächsten Jahres. Boeing sei in der Lage in 31 bis 36 Monaten nach einer Auftragserteilung die ersten Hubschrauber zu bauen.

Geringes Risiko hat Priorität

„Der Kunde hat sehr klar gesagt, dass er eine Lösung mit geringem Risiko und ein Off-the-Shelf-Produkt sucht“, sagte Hostetter in Berlin.

Boeing produziert in seinem Werk in Philadelphia derzeit vier CH-47 pro Monat. Bislang hat der Hersteller 950 Hubschrauber dieses Typs gebaut, die bei 20 Nationen im Einsatz stehen, darunter sind auch acht NATO-Staaten. Die weltweite Chinook-Flotte hat bislang über fünf Millionen Flugstunden gesammelt.

Trotzdem handelt es sich bei dem Helikopter um einen sehr modernen Hubschrauber, betonte Chuck Dabundo, Vice President Cargo Helicopters und Program Manager H-47. Die Chinook habe einen modernisierte Zelle, die aus Metall und Faserverbundwerkstoffen bestehe und deshalb eine hohe Überlebensfähigkeit bei geringen Wartungskosten garantiere, ein fortschrittliches, integriertes Glascockpit mit Head-up-Display, sowie ein digitales Flugsteuerungssystem.

Die US-Streitkräfte beabsichtigen, das Muster noch bis in die 2060er Jahre hinein einzusetzen, deswegen werde Boeing auch weiterhin in die Modernisierung des Musters investieren.

Volker K. Thomalla

 

 

 

 

 

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla ist seit 2016 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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