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Die Bundeswehr erhält sieben H145 als SAR-Hubschrauber

Die Ablösung der Bell UH-1D der Bundeswehr im SAR-Dienst ist schon lange überfällig. Nachdem der Haushaltsausschuss des Bundestages vor zwei Wochen die Finanzmittel für die Neubeschaffung abgesegnet hat, konnte das BAAINBw heute die H145 als SAR-Hubschrauber bestellen.

13.12.2018

Die Bundeswehr wird ihre SAR-Hubschrauber vom Typ Bell UH-1D durch die H145 von Airbus Helicopters ersetzen. © Airbus Helicopters

Alle Länder, die mit der Unterzeichnung des Chicagoer Abkommens der Internationalen Zivilluftfahrt-Organisation ICAO beigetreten sind, haben sich damit zur Bereitstellung eines öffentlich-rechtlichen Such- und Rettungsdienstes (SAR) für Flugunfälle verpflichtet. In Deutschland hat die Bundeswehr diese Aufgabe übernommen und stellt dafür die in den siebziger Jahren eingeführte Bell UH-1D zur Verfügung. Allerdings sind die Hueys immer aufwendiger zu warten. Deshalb wird schon seit mehreren Jahren über einen Ersatz nachgedacht.

H145 bei der Bundeswehr

Heute hat das in Koblenz beheimatete Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) sieben Airbus Helicopters H145 bestellt, die künftig die Bell UH-1D als SAR-Hubschrauber ablösen werden. Als Beginn der Auslieferung ist 2020 vertraglich festgelegt. Der Auftrag, der im Haushaltsausschuss des Bundestages Ende November grünes Licht erhielt, ist im Bundeshaushalt mit rund 156 Millionen Euro budgetiert. Er umfasst neben der Beschaffung der Hubschrauber auch die Wartung, Instandsetzung und die logistische Unterstützung. Die Hubschrauber werden in Holzdorf in Brandenburg,  Niederstetten in Baden-Württemberg sowie im nordrhein-westfälischen Nörvenich stationiert.

Die Bundeswehr kennt die H145 gut, denn sie betreibt in Laupheim 15 H145M als leichte Unterstützungshubschrauber für ihre Spezialkräfte.

Sonderausrüstung für die SAR-Aufgaben

„Wir sind stolz darauf, dass wir für unsere H145-Familie erneut einen Auftrag der Bundeswehr erhalten haben. Damit wird die Flotte der leichten Hubschrauber in der Bundeswehr weiter vereinheitlicht“, kommentierte Wolfgang Schoder, Airbus Helicopters’ Executive Vice President Light Helicopters and Governmental Programmes, die Entscheidung des BAAINBw.

Die sieben neuen Hubschrauber werden in der Ausführung H145 LUH SAR (Light Utility Helicopter Search and Rescue) geliefert. Sie sind für ihre Aufgaben unter anderem mit einem Suchscheinwerfer, einem Ortungssystem für Notsender (ELT), Hochleistungskameras, einer Rettungswinde und einem Lasthaken sowie einer vollwertigen medizinischen Ausrüstung bestückt. Als Erkennungszeichen werden die Seitentüren der SAR-Hubschrauber in Leuchtorange mit einem blauen Schriftzug „SAR“ lackiert, so wie es auch bei den Bell UH-1D der Fall ist.

Als Antrieb der neuen SAR-Hubschrauber der Bundeswehr dienen je zwei Arriel 2E-Triebwerke mit FADEC-Steuerung des französischen Herstellers Safran Helicopter Engines. Die digitalen Helionix-Avionik verfügt unter anderem über einen leistungsfähigen Vier-Achsen-Autopilot.

Volker K. Thomalla

 

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla ist seit 2016 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

3 Kommentare

  • daywalker

    Meldung gelesen, Bell-Ersatz – Yeah! H145 als Ersatz – Ernsthaft? Überall werden als SAR-Hubschrauber GROßE Maschinen eingesetzt. Bezeichnender Weise wird auf zwei weitere Artikel mit H175 und AW 101 hingewiesen. Unter anderem werden und wird bei der Bundeswehr der Transport UH1D durch NH 90 ersetzt. Als Rettungshubschrauber ist der H145 erste Sahne, aber als SAR ist dies doch eher Realsatire. Er wird im Einsatz immer wieder an Grenzen stoßen und durch größere Muster ersetzt/ergänzt werden müßen – leider höchst wahrscheinlich durch schlechte Erfahrungen. Wir werden sehen…

  • Hajo Becker

    In der Regel wird beim Militär für die SAR- Aufgaben ein größerer Helicopter eingesetzt , warum man nun bei der Bundeswehr den leichten H145 dafür beschafft , ist mir eigentlich unverständlich , andere Nato-Luftstreitkräfte setzen u.a. den AW101 , Puma oder auch den NH90 ein , die Franzosen beschaffen z.B. für viele Aufgaben bei den fliegenden Verbänden über 100 Helicopter vom Typ H160 , der ja nun größer und leistungsstärker ist. Wollen mal sehen wie die Bundeswehr ab 2020 mit dem H145 LUH SAR zurecht kommt .

  • Jogl Baker

    Seit Jahren wird über die Beschaffung eines SAR-Heli als Ersatz für die UH-1D bei der Bundeswehr gesprochen. Bei vielen Luftwaffen werden in der Regel größere Helis als SAR Hubschrauber eingesetzt . Was sich die Beschaffungsbehörde der Bw eigentlich dabei gedacht hat , solch kleinen SAR Heli wie die H145M zu beschaffen , liegt wahrscheinlich daran , das es den H145M schon beim HTG 64 als Spezial -Heli gibt . Die Franzosen machen es nun eigentlich richtig und beschaffen den größeren H160 für ihren gesamten Bedarf an einen mittleren Helicopter und decken auch den SAR Bereich mit ab . Im Einsatz wird sich zeigen , das die Bw den falschen Heli beschafft hat

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