Homepage » Industrie - news » Die Schweiz wird große Teile der RUAG privatisieren

Seit 2018 arbeitet der Schweizer Bundesrat an einer Entflechtung des staatlichen Technologiekonzerns RUAG. Nun hat er eine Entscheidung getroffen: Große Teile des Unternehmens werden mittelfristig privatisiert. Ab Januar 2020 wird mit der Umsetzung begonnen.

21.03.2019

Die Dornier 228 zeichnet sich durch hervorragende Kurzstarteigenschaften aus. © Tokunaga/RUAG Aviation

Der Schweizer Bundesrat hat in seiner Sitzung vom 15. März beschlossen, den staatlichen Technologiekonzern RUAG aufzusplitten. Nur noch die Unternehmensteile, die direkt für die Schweizer Armee tätig sind, sollen im Staatsbesitz bleiben. Alle anderen sollen aus dem Unternehmen herausgelöst und zu einem eigenen Aerospace-Technologiekonzern entwickelt werden. Mittelfristig soll die RUAG International komplett privatisiert werden.

Der Beschluss des Bundesrates sieht vor, dass ab 1. Januar 2020 die RUAG Holding AG in eine neue Beteiligungsgesellschaft mit zwei Subholdings aufgeteilt wird: Einerseits in die MRO Schweiz, die mit ihren rund 2.500 Mitarbeitern auch weiterhin für die Armee tätig sein wird, andererseits in die RUAG International mit rund 6.500 Mitarbeitern. Rund zwei Drittel dieser Mitarbeiter sind im Ausland tätig, unter anderem auch in Oberpfaffenhofen.

Rechtlich getrennte Unternehmen

Die beiden Subholdings werden als eigenständige Unternehmen rechtlich und finanziell voneinander unabhängig arbeiten und deswegen auch mit getrennten Informatiksystemen ausgerüstet.

Die künftige MRO Schweiz kann künftig nach Ansicht des Bundesrates nur noch in begrenztem Maß Drittaufträge ausführen. © RUAG

Der Bundesrat hat die von RUAG selbst ausgearbeiteten Optionen zur Weiterentwicklung geprüft und unterstützt die vom Verwaltungsrat vorgeschlagene Bildung einer Aerospace-Gruppe. Diese wird mittelfristig aus den beiden heutigen Unternehmensbereichen Aerostructures und Space bestehen. Es gibt in der Schweiz keine gesetzliche Grundlage dafür, dass der Staat an einem solchen Technologiekonzern beteiligt ist. Der Bundesrat sieht auch kein öffentliches Interesse daran. Deshalb will er die RUAG International mittelfristig vollständig privatisieren. Der Unternehmenssitz soll in der Schweiz bleiben. Aber dem Bundesrat ist bewusst, dass durch die neue Struktur und die Privatisierung auch Arbeitsplätze verloren gehen können. Er gibt sich aber optimistisch und teilt mit: „Obwohl das Wachstum dieser Märkte primär im Ausland stattfindet, besteht damit die Möglichkeit, hochspezialisierte technologische Verfahren und entsprechende Arbeitsplätze in der Schweiz zu erhalten und weiter auszubauen.“

Bob Fischer

 

 

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