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Stelia Aerospace testet Rumpfpanel-Produktion im 3D-Druck

Der 3D-Druck verändert den Flugzeugbau radikal. Nun hat der französische Airbus-Zulieferer Stelia Aerospace das erste Rumpfpanel vorgestellt, das mit diesem Verfahren gefertigt worden sind.

21.02.2018

Dank der 3D-Druckverfahren können Konstrukteure in Zukunft ganz neue Wege beim Aufbau von Primärstrukturen im Flugzeugbau gehen. © Stelia Aerospace

Ein rund einen Quadratmeter großes Bauteil zeigt beispielhaft, welche Veränderungen auf den Flugzeugbau zukommen. Der französische Luftfahrtzulieferer Stelia Aerospace hat im Rahmen des Forschungsprojekts DEFACTO ein Rumpfpanel aus Aluminium vorgestellt, bei dem  die Verstärkungen direkt zusammen mit dem Panel als ein Element im 3D-Druckverfahren (Additive Manufacturing) produziert worden sind.

Das 3D-Materialdruckverfahren erlaubt die Umsetzung von ganz neuen Strukturen, die mit konventionellen Bauweisen nicht zu realisieren wären. © Stella Aerospace

Das Bauteil besteht aus zwei Hälften: Eine Seite ist unbehandelt und zeigt das Bauteil nach dem Abschluss des 3D-Drucks, die andere ist behandelt und zeigt das Bauteil nach der Glättung. Stelia hat für dieses Bauteil einen Fertigungsprozess benutzt, bei dem ein Aluminiumdraht mit einem Lichtbogen geschmolzen wird und so das benötigte Material Schicht für Schicht aufbringt. Dieses Verfahren soll schneller und günstiger sein als die heutigen Methoden, bei denen das gewünschte Bauteil entweder aus einem Aluminiumblock durch Materialabtrag herausgefräst wird oder, bei dem Verstärkungen durch Niete oder durch Schweißen mit dem Panel verbunden werden.

3D-Druck ermöglicht neue Konstruktionen

Dank des 3D-Drucks können Konstrukteure in Zukunft leichtere Strukturen entwerfen, die keinen bautechnischen Kompromissen unterliegen. Mit dem jetzt vorgestellten Rumpfpanel zeigt das Forschungsprojekt, dass auch große Bauteile im Additive-Manufacturing-Verfahren hergestellt werden können. Auch rechnet Stelia Aerospace mit einer umweltfreundlicheren und günstigeren Fertigung, da deutlich weniger Material eingesetzt werden muss.

Das Forschungsprojekt DEFACTO wird zu 50 Prozent von den Industriepartnern und zu 50 Prozent von der französischen Zivilluftfahrtbehörde DGAC finanziert. Es ist zunächst für zweieinhalb Jahre ausgelegt. Neben Stelia Aerospace und der DGAC sind auch Constellium, die Ingenieurshochschule Centrale Nantes und CT Ingénierie an dem Projekt beteiligt.

Volker K. Thomalla

 

 

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