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A320neo erneut von Triebwerksproblemen geplagt

Bei einigen Getriebefans des Typs Pratt & Whitney PW1100G, die die Airbus-Muster A320neo und A321neo antreiben, ist ein neues Problem entdeckt worden. Die  EASA hat daraufhin ein "Emergency Airworthiness Directive AD-E" veröffentlicht, das die betroffenen Flugzeuge am Boden hält.

11.02.2018

Rund 30 bereits ausgelieferte A320neo sind von den neuen Problemen mit dem Geared Turbofan von Pratt & Whitney betroffen. © A. Pecchi/Airbus

Am 9. Februar hat die europäische Flugsicherheitsagentur EASA die Flugsicherheitsmitteilung AD N°2018-0041-E veröffentlicht, nachdem innerhalb der letzten zehn Tage vier Zwischenfälle mit Airbus A320neo und A321neo aufgetreten sind, die mit erst kürzlich gelieferten Pratt & Whitney PW1100G-Getriebefans ausgerüstet waren. Nachdem das Problem durch den Triebwerkshersteller analysiert worden ist, scheint es, als ob die Nabe des Hochdruckverdichters betroffen ist, präzisiert Airbus.

Vorläufige Untersuchungen weisen darauf hin, dass Triebwerke (PW1127G-JM, PW1127GA-JM, PW1130G-JM, PW1133G-JM, PW1133GA-JM) ab der Seriennummer ESN P770450 mit einer Modifikation der Nabe anfälliger sind für Triebwerksausfälle und -abschaltungen.

Elf Flugzeuge sind gegroundet

Als Konsequenz aus den Erkenntnissen dürfen Flugzeuge, die mit zwei Triebwerken dieser Serie ausgerüstet sind, nicht mehr starten. Das sind insgesamt elf Flugzeuge.

Flugzeuge, bei denen nur einer der beiden Antriebe aus dieser Serie stammt, dürfen nicht mehr nach ETOPS-Vorschriften fliegen. Davon sind rund 30 Flugzeuge betroffen. Das sind zwar nicht viele, aber eine ausreichende Zahl, um das A320neo-Programm erneut in Schwierigkeiten zu bringen.

Es scheint, als ob Pratt & Whitney ein weiteres problematisches Jahr in Bezug auf die A320neo und A321neo bevorsteht.

Gil Roy

 

 

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Über Gil Roy

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Gil Roy hat Aerobuzz.fr 2009 gegründet. Er arbeitet seit 1981 hauptberuflich als Journalist. Sein Fachwissen in den Bereichen Allgemeine Luftfahrt, Luftverkehr und Nachhaltigkeit der Mobilität lassen ihn häufig als Autor in verschiedenen Fachpublikationen, aber auch in allgemeinen Medien (Air & Kosmos, l'Express, Aviasport...) erscheinen. Er ist Chefredakteur von Aerobuzz und Autor von sieben Büchern. Gil Roy hat den Literaturpreis des Aéro-Club de France erhalten und ist Träger der Médaille de l'Aéronautique.

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