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Airbus stellt die A380-Produktion 2021 ein

Emirates hat die Zahl ihrer bestellten A380 drastisch reduziert und damit das vorzeitige Ende der A380-Produktion besiegelt. In zwei Jahren endet die industrielle Ära des größten Verkehrsflugzeugs der Welt. Airbus wird deswegen bis zu 3.500 Arbeitsplätze abbauen. 

14.02.2019

Die A380-Produktion lag 2018 bei 12 Flugzeugen, gegenüber 15 im Jahr 2017. © Volker K. Thomalla

Das Schicksal des Airbus A380 hing vom ersten Tag an an Emirates. Die Fluggesellschaft aus Dubai war mit einer Bestellungen von insgesamt 162 Flugzeugen der größte und wichtigste Kunde für das vierstrahlige Airbus-Flaggschiff. Doch nun hat sich die Golfstaaten-Airline gegen das größte Verkehrsflugzeug der Welt entschieden und die Zahl der von ihr bestellten A380 um 39 Exemplare auf 123 Einheiten minimiert. Im Tausch dafür wird sie 40 A330-900 sowie 30 A350-900 bei dem europäischen Hersteller ordern. Emirates wird in der verbliebenen A380-Produktionszeit noch 14 A380 übernehmen.

Airbus A380

Mit dieser Entscheidung von Emirates blieb dem Hersteller keine andere Wahl, als bei der A380-Produktion den Stecker zu ziehen. Tom Enders, der Hauptgeschäftsführer (CEO) von Airbus, sagte klar: „Infolge dieser Entscheidung gibt es keinen nennenswerten A380-Auftragsbestand mehr und damit keine Grundlage für eine Fortsetzung der Produktion – trotz aller Bemühungen unseres Vertriebs in den vergangenen Jahren, weitere Airlines als Kunden zu gewinnen. Das bedeutet, dass wir die Auslieferung der A380 ab 2021 einstellen. Die Konsequenzen sind weitestgehend in unseren Ergebnissen für das Geschäftsjahr 2018 abgebildet. Die A380 ist nicht nur eine überragende technische und industrielle Leistung. Passagiere in aller Welt lieben dieses wunderbare Flugzeug. Die heutige Ankündigung ist schmerzlich für uns und für die A380-Communities weltweit. Vergessen Sie aber nicht, dass die A380 noch viele Jahre lang am Himmel unterwegs sein wird. Selbstverständlich werden wir die Betreiber der A380 auch weiterhin uneingeschränkt unterstützen.“ 

Das Ende der A380-Produktion wird auch zu deutlichen Einschnitten bei der Belegschaft des Herstellers führen. Airbus rechnet damit, dass an allen Standorten, also auch in Deutschland, zwischen 3.000 und 3.500 Stellen wegfallen werden und will deshalb in den kommenden Tagen mit den Sozialpartnern Gespräche aufnehmen. Die Endmontage des Airbus A380 findet zwar in Toulouse statt, aber die arbeitsaufwendige Innenausstattung der Riesenflugzeuge geschieht im Airbus-Werk in Finkenwerder. Auch bei den Zulieferern wird es Einschnitte geben. Da der Konzern derzeit einen Produktionshochlauf bei den Single-Aisle-Flugzeugen der A320neo-Familie erlebt, werde es „zahlreiche Möglichkeiten für interne Stellenwechsel geben“, so Airbus.

A380-Annullierungen

KundeAuftragAnnullierung
Air Austral2 A3802014
Emirates39 A3802019
FedEx Express10 A380F2006
ILFC10 A3802011
Kingdom Holding1 A3802015
Kingfisher Airlines5 A3802013
Qantas8 A3802018
Skymark Airlines6 A3802014
Transaero Airlines4 A3802015
UPS10 A380F2006
Virgin Atlantic6 A3802018
Summe104

Volker K. Thomalla

 

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla ist seit 2016 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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