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Boeing lieferte 2017 eine Rekordzahl an Flugzeugen aus

Der US-Aerospace-Konzern Boeing Company hat im abgelaufenen Jahr eine neue Bestmarke bei den Auslieferungen von Verkehrsflugzeugen gesetzt. Dank eines hervorragenden Bestelleingangs vergrößerte sich das Auftragsbuch trotzdem.

10.01.2018

Mit 529 Auslieferungen war die Boeing 737 im vergangenen Jahr wenig überraschend das meistverkaufte Verkehrsflugzeug von Boeing. © Boeing

Die Boeing Company hat 2017 so viel Verkehrsflugzeuge an Kunden übergeben wie noch nie zuvor in der über 100-jährigen Firmengeschichte. Mit 763 Auslieferungen übertraf das Unternehmen die bisherige Rekordzahl aus dem Jahr 2015 um genau ein Flugzeug. Zu Beginn des Jahres 2017 hatte Boeing mit einer Zahl zwischen 760 und 765 ausgelieferten Flugzeugen gerechnet und damit eine Punktlandung hingelegt.

Wenig überraschend ist die Mischung der ausgelieferten Flugzeuge: Die Boeing 737-Familie trug mit 529 Einheiten den größten Anteil an diesem Lieferrekord, gefolgt von der Boeing 787-Familie mit 107 Einheiten. Von der Boeing 777 lieferte Boeing im abgelaufenen Jahr 74 Exemplare aus, und von seinem größten Flugzeug, der Boeing 747-8, 14 Exemplare. Zehn Boeing 767 runden das Gesamtbild der Auslieferungen ab.

Boeing hat 2017 mehr Verkehrsflugzeuge ausgeliefert als jemals zuvor. © Boeing

Dank eines Auftragseingangs, der deutlich höher als erwartet lag, wuchs das Auftragsbuch des Unternehmens und schmolz nicht ab, was angesichts einer Rekordzahl an Auslieferungen zu erwarten gewesen wäre. 912 Netto-Bestellungen (bei dieser Zahl sind Auftragsannullierungen berücksichtigt) standen am Ende des Jahres für 2017 in den Auftragsbüchern. Rechnet man die Netto-Bestellungen mit den Auslieferungen gegen, ergibt sich ein Anwachsen des Auftragsbuchs um 149 Einheiten. Am 31. Dezember 2017 hatte Boeings Verkehrsflugzeugsparte noch 5.864 unerledigte Festbestellungen in den Büchern stehen. Dies entspricht einem Produktionsvolumen von siebeneinhalb Jahren bei einer Produktionsrate wie im Jahr 2017.

Boeing hat in Charleston am 3. Oktober 2017 das Roll-out der ersten Boeing 787-10 für Singapore Airlines gefeiert. © Boeing

„Unser Netto-Bestelleingang in Höhe von 912 Verkehrsflugzeuge brachte uns das siebtgrößte Auftragsbuch in unserer über 100-jährigen Geschichte“, schrieb Randy Tinseth, Vice President Marketing, Boeing Commercial Airplanes, in seinem Blog „Randy’s Journal“. „Unser Auftragsbestand ist nicht nur groß, sondern auch breit gestreut. Unser Verkaufsteam erhielt Bestellungen von 71 Kunden aus der ganzen Welt. Die 737 MAX hatte ein weiteres, starkes Jahr, zum Teil angefeuert durch den Launch der MAX 10. Jedes Jahr, in dem man annähernd 200 Aufträge für Großraumflugzeuge, die der Markt bevorzugt, erhält, ist ein gutes Jahr! Die Verkaufserfolge, die wir in 2017 erzielt haben, bestätigen unsere Strategie, die Produktionskadenz für die 737- und 787-Programme zu erhöhen“, schrieb Tinseth.

Auftragsbestand von über 5.800 Flugzeugen

Die Masse des Auftragsbestands entfällt auf die Boeing 737-Familie. Hier stehen noch 4.668 Aufträge zum Abarbeiten an. Bei der Boeing 787 stehen noch 658 unerledigte Bestellungen in den Büchern. Dies entspricht einer Produktionsauslastung von fast fünf Jahren bei der heutigen Fertigungskadenz. Bei der Triple Seven sind 428 Orders noch abzuarbeiten, dies entspricht einem Auftragsvolumen von rund sechs Jahren. Sorgen muss sich das Unternehmen allerdings bei seinem größten Flugzeug, der Boeing 747-8, machen. Hier schmolz der Auftragsbestand auf nur noch zwölf Einheiten zusammen. Boeing hatte ja bereits angekündigt, die Fertigungsrate für den Jumbo Jet zu reduzieren. 2017 wurden 14 neue Boeing 747 an Kunden übergeben, allerdings erhielt der Hersteller nur noch sechs neue Bestellungen, und Kunden annullierten ihre Aufträge, so dass am Ende des Jahres -2 bei den Netto-Bestellungen für die Boeing 747 steht.

Volker K. Thomalla

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla war von 2016 bis 2018 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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