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Boeing muss den Erstflug der 777X verschieben

Die Boeing 777X sollte eigentlich schon in der Flugerprobung stehen. Doch ein Problem mit dem Riesen-Turbofan GE9X hat dazu geführt, dass Boeings neuer Widebody erst im nächsten Jahr zum Jungfernflug starten kann. Trotzdem hält der Hersteller an dem Termin der Erstauslieferung fest. 

25.07.2019

Die GE9X-Turbofans an der Boeing 777X sind die größten Turbofans, die jemals an ein Flugzeug montiert wurden. © Boeing

Das Programm von Boeings neuestem Widebody-Twinjet Boeing 777X ist derzeit vom Pech verfolgt. Der Hersteller aus Seattle hatte erst das groß geplante Roll-out der 777X abgesagt, das ursprünglich für Mitte März vorgesehen war. Doch wenige Tage nach dem Absturz der Ethiopian 737 MAX war niemandem zu feiern zumute, und Boeing sagte das Roll-out richtigerweise ab.

Dafür sollte der für den 26. Juni vorgesehene Erstflug der 777X gefeiert werden, doch auch dieses Event wurde verschoben. Schon während der Paris Air Show im Juni hatte GE Aviation als Hersteller des GE9X-Turbofans angekündigt, dass es ein technisches Problem mit dem Antrieb gebe, dessen Lösung zu einer Verzögerung führen könne. Im Rahmen der Kommentare zu den Ergebnissen des zweiten Quartals teilte Boeing dann mit: „Das 777X-Programm macht gute Fortschritte bei den Tests, die zum Erstflug führen. Während das Unternehmen noch die Erstauslieferung der 777X bis Ende 2020 anstrebt, besteht für diesen Zeitplan aber ein erhebliches Risiko angesichts der Herausforderungen mit dem Triebwerk, die den Erstflug bis Anfang 2020 verschieben.“

Ein Stator muss neu konstruiert werden

Ein Stator vor dem Hochdruckverdichter des GE9X zeigte im Rahmen der Flugerprobung einen größeren Verschleiß als geplant und muss deswegen neu konstruiert werden. Die Änderungen an dem Teil sind so umfangreich, dass dadurch der bisherige Zeitplan für die Zulassung des Antriebs nicht eingehalten werden kann. Das hat folglich auch Auswirkungen auf die 777X.

Mit dem verspäteten Erstflug gerät der gesamte Programmzeitplan ins Wanken, auch wenn Boeing nach wie vor die Zulassung des neuen Flugzeugs bis Ende 2020 anstrebt. Für die Flugerprobung und die Nachweisflüge für die Zulassung ist in der Regel ein Jahr anzusetzen. Lufthansa ist einer der Erstkunden für das größte zweistrahlige Verkehrsflugzeug der Welt. Der jüngste Auftrag für das Muster kam von der IAG Group und umfasste 18 Festbestellungen. Damit liegen Boeing nun 358 Bestellungen und Kaufabsichtserklärungen für seinen neuen Widebody-Twinjet vor. Neben Singapore Airlines, All Nippon Airways (ANA), Cathay Pacific und Emirates gehören auch Qatar Airways und Etihad zu den Airlines, die die 777X bisher geordert haben.

Volker K. Thomalla

 

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla ist seit 2016 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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