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Boeing reduziert die 737 MAX-Fertigungskadenz

Boeing reagiert nun auch bei der Produktion auf das anhaltende Grounding der 737 MAX. Der Hersteller reduziert die Fertigungsrate um 20 Prozent. Dies soll aber keinen Abbau bei der Beschäftigtenzahl zur Folge haben. 

7.04.2019

Am 7. März 2018 verließ die 10.000. Boeing 737 die Endmontagelinie in Renton. © Boeing

Dennis Muilenburg, der Hauptgeschäftsführer (CEO) von Boeing hat mitgeteilt, dass der Hersteller die Fertigungskadenz der Boeing 737 reduzieren werde. Eigentlich hatte der Hersteller geplant, in diesem Jahr die Fertigung der 737-Familie auf 57 Flugzeuge pro Monat hochzufahren. Doch nun wird sie von 52 Flugzeugen pro Monat auf 42 pro Monat reduziert. Die neue Produktionsrate soll schon ab Mitte April erreicht sein. Muilenburg begründete den Schritt, dass man dadurch zusätzliche Ressourcen freimachen könne, um sich auf die Softwarezertifizierung und die Rückkehr der MAX in den Flugdienst konzentrieren zu können.

Boeing hatte sich nach dem weltweiten vorübergehenden Flugverbot für die Baureihe 737 MAX entschlossen, die Produktion aufrecht zu halten, damit Lieferketten und Produktionsprozesse nicht unterbrochen werden müssen. Außerdem könnte eine vorübergehende Aussetzung der Fertigung Zulieferer in Bedrängnis bringen, so dass ein späteres Wieder-Hochfahren der Produktion gefährdet wäre.

Der Hersteller will trotz der Reduzierung der Fertigungskadenz keine Stellen abbauen. Das wäre auch ein ungeschickter Zug, denn Boeing benötigt diese ausgebildeten Mitarbeiter ja wieder, wenn das Flugverbot für die MAX aufgehoben ist, und die Produktion wieder gesteigert werden soll. Die Flugzeug-Parkplätze auf dem Boeing-Werk in Renton, wo die 737 produziert werden, sind voll. Boeing-Testpiloten fliegen die fabrikneuen 737 MAX zu Ausweichflughäfen in der Region. Dafür stellt die US-Luftfahrtbehörde jeweils Ausnahmegenehmigungen aus.

Spirit baut weiter 52 Rümpfe pro Monat

Spirit AeroSystems aus Wichita im US-Bundesstaat Kansas hat am selben Tag angekündigt, die Produktionsrate der 737-Rümpfe nicht zu reduzieren. Das Unternehmen wird weiterhin 52 Rümpfe pro Monat fertigen und die 737 MAX-Rümpfe in Wichita vorübergehend lagern. Diese Rümpfe werden dann bei Bedarf nach Renton geliefert.

„Spirit und Boeing haben vereinbart, zusammenzuarbeiten, um die Unterbrechung der Spirit-Fertigung und der Lieferkette so gering wie möglich zu halten“, sagte Tom Gentile, der Präsident und Hauptgeschäftsführer (CEO) von Spirit AeroSystems. „Dies ist eine herausfordernde Zeit für unsere Branche, und wir arbeiten mit unserem Kunden Boeing zusammen, um sie zu unterstützen, während sie sich darauf konzentrieren, die MAX wieder in die Luft zu bekommen.“
Volker K. Thomalla

 

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla ist seit 2016 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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