Homepage » Industrie » Boom nennt den Concorde-Nachfolger Ouverture

Boom nennt den Concorde-Nachfolger Ouverture

Die Idee, wieder ein Überschall-Verkehrsflugzeug zu bauen und in Dienst zu stellen, fasziniert nicht nur eilige Reisende, sondern auch Investoren. Das Start-up-Unternehmen Boom Supersonic hat gerade eine 100-Millionen-Dollar-Geldspritze von Kapitalgebern bekommen. Auch technologisch ist ein solches Flugzeug ein herausforderndes Projekt, aber Boom will einen kleinen Prototypen seines künftigen Supersonic Airlines noch in diesem Jahr fliegen.

15.01.2019

Boom Supersonic hat seinem überschallschnellen Flugzeug einen Namen gegeben: Der Concorde-Nachfolger heißt nun Ouverture. © Boom Supersonic

Das Start-up-Unternehmen Boom Supersonic aus Denver im US-Bundesstaat Colorado, hat Anfang des Jahres eine Investmentrunde in Höhe von 100 Millionen US-Dollar (87 Millionen Euro) erfolgreich abgeschlossen. Die Organisation Emerson Collective der Steve Jobs-Witwe Lauren Powell Jobs ist der größte Investor bei der jüngsten Finanzierungsrunde. Parallel zur Ankündigung gab Blake Scholl, der Gründer und Hauptgeschäftsführer (CEO) von Boom Supersonic bekannt, dass man einen Namen für das in Entwicklung befindliche Überschall-Verkehrsflugzeug gefunden habe. Der Mach 2.2 schnelle Airliner heißt ab sofort Ouverture.

Boom Ouverture

„Das neue Investment erlaubt uns, die Arbeit an Ouverture fortzusetzen, das erste wirtschaftlich lebensfähige Überschall-Verkehrsflugzeug“, sagte Scholl. „Die Ticketpreise für Flüge mit Ouverture werden ähnlich liegen wie die für einen heutigen Business-Class-Flug und damit den Horizont für Millionen von Reisenden erweitern. Schlussendlich ist es unser Ziel, Hochgeschwindigkeitsreisen für alle erschwinglich zu machen.“ 

XB-1 dient als Technologieträger

Um Erfahrungen mit der Technologie zu sammeln, wird Boom Supersonic in einem ersten Schritt einen bemannten Prototyp der Ouverture im Maßstab 1:3,3 bauen. Die XB-1 wird bereits gebaut und soll noch 2019 zum ersten Flug abheben. Testpilot Bill „Doc“ Shoemaker ist dazu auserkoren, die XB-1 beim Jungfernflug zu steuern. Mit dem kleineren Prototypen will Boom Supersonic nachweisen, dass die eingesetzten Materialien und Technologien auch das halten, was sie versprechen.

Das Unternehmen ist erst kürzlich in einen größeren Hangar am Centennial Airport in Colorado umgezogen und beschäftigt momentan 100 Mitarbeiter. Bis Ende dieses Jahres soll sich deren Zahl verdoppelt haben. Das Unternehmen sucht derzeit auch einen Standort für die angestrebte Serienproduktion der Ouverture. Blake Scholl ist optimistisch, dass der neue Überschall-Airliner Mitte der 2020er Jahre die Concorde im Liniendienst beerben wird.

Volker K. Thomalla

 

Folgen Sie uns auf Twitter
Liken Sie uns auf Facebook

 

Auch interessant:

NASA startet Überschall-Testflüge über Galveston

Aerions Überschall-BizJet erhält Triebwerke von GE Aviation

X-59 der NASA erforscht Technologien für Überschallflüge

Über Volker K. Thomalla

zum Aerobuzz.de
Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla ist seit 2016 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.