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Erster Spatenstich für neuen Riesen-Prüfstand von Rolls-Royce

Der britische Triebwerkshersteller Rolls-Royce hat in Anwesenheit des britischen Wirtschaftsministers den ersten Spatenstich für seinen neuen Triebwerksprüfstand vorgenommen. Bei dem Gebäude, das 2020 in Betrieb gehen soll, handelt es sich um den weltgrößten geschlossenen Prüfstand seiner Art.

23.03.2018

Rolls-Royce baut in Derby den größten geschlossenen Triebwerksprüfstand der Welt. Er soll ab 2020 in Betrieb gehen. © Rolls-Royce

Rolls-Royce hat am 22. März in Anwesenheit des britischen Wirtschaftsministers Greg Clark den Startschuss für den Bau des weltweit größten Indoor-Triebwerksprüfstands im englischen Derby gegeben. Der Hersteller hatte die Pläne für den Bau erst im Juni letzten Jahres bekanntgegeben, und nun beginnen schon die Bauarbeiten. Der neue Prüfstand ist Teil eines 150 Millionen Pfund (172 Millionen Euro) umfassenden Investitionsprogramms des Herstellers in seine Werke im Vereinigten Königreich.

Der Bau des Prüfstands, der 2020 abgeschlossen sein soll, war notwendig geworden, um mit dem geplanten Produktionshochlauf Schritt halten zu können. Rolls-Royce blickt auf ein Auftragsbuch, das noch nie zuvor in der Geschichte so prall gefüllt war. Mit einer internen Fläche von 7.500 Quadratmetern entsteht in Derby ein wahrer Prüfstand-Gigant. Die Fläche ist etwas größer als ein Profi-Fußballfeld.

Prüfstand größer als ein Fußballfeld

Der Riesen-Prüfstand ist ausreichend dimensioniert, um alle bestehenden und die geplanten zivilen Triebwerke des Herstellers zu testen, darunter auch das Trent XWB, das Trent 1000 sowie den ab 2025 vorgesehenen UltraFan.

Der Prüfstand ist bautechnisch eine Herausforderung, denn während des Betriebs soll die Umgebung nichts von den Tests mitkriegen. Die Wandstärke im Prüfstand wird 1,70 Meter betragen. Der Prüfstand soll angesichts der fortschreitenden Digitalisierung von Triebwerken auch in der Lage sein, die Antriebe nicht nur physisch an ihre Grenzen zu bringen, sondern parallel auch die Software der Schub-Giganten sowie die vernetzte Umgebung des Systems auf Herz und Nieren zu testen. Rolls-Royce hat eine entsprechende Vision zur digitalen Zukunft von Luftfahrtantrieben namens IntelligentEngine entwickelt.

Rolls-Royce montiert in Derby neben den Trent 700-, 900- und Trent 1000-Turbofans auch das Trent XWB, das den Airbus A350 antreibt. Am Standort Derby beschäftigt der Hersteller rund 7.000 Mitarbeiter direkt. In Großbritannien arbeiten 22.300 Menschen für den Triebwerkshersteller, und in dieser Zahl sind nicht einmal die Mitarbeiter der Zulieferbetriebe eingerechnet.

Volker K. Thomalla

 

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla ist seit 2016 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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