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GWX 80: Ein neues Wetterradar von Garmin

Garmin erweitert seine Produktpalette konsequent: Nun hat das Unternehmen aus Olathe im US-Bundesstaat Kansas ein Doppler-Wetterradar für Luftfahrtzeuge vorgestellt. Textron Aviation hat das Gerät bereits für seinen neuen Jet, die Cessna Citation Longitude, ausgewählt.

5.10.2017

In der Cessna Citation Longitude gehört das Garmin GWX 80-Wetterradar zum G5000-Avionikpaket dazu. © Garmin International

Garmin International hat bereits eine beeindruckende Bandbreite an Produkten für die Luftfahrt in seinem Portfolio. Nun hat das Unternehmen ein weiteres, neues Produkt hinzugefügt. Mit dem gerade vorgestellten Wetterradar GWX 80 will der Hersteller in den Markt der Flugzeuge eindringen, die nach FAR Part 25 beziehungsweise EASA CS25 (Large Aeroplanes) zugelassen sind.

Das GWX 80 verfügt über einige Eigenschaften, die den Piloten Arbeit abnehmen und die Entscheidungsfindung im Cockpit vereinfachen sollen. Das Radar scannt automatisch das Volumen von Wetterphänomenen, erstellt neben den Messungen auch Vorhersagen zu Windscherungen, Hagel und Blitzen. Die Software des GWX 80 ist in der Lage, Ground Clutter auszublenden. Eine erweiterte Farbpalette auf dem Display im Cockpit ermöglicht eine feinere Abstufung der Situationsdarstellung. Nach Garmin-Angaben verfügt das Wetterradar über mehr Farben als alle anderen Wetterradare auf dem Markt. Das Wetterradar schwenkt die Antenne automatisch, um der Cockpitcrew das bestmögliche Bilde der Wettersituation zu bieten.

Textron Aviation hat Garmin neues Wetterradar GWX 80 für die Cessna Citation Longitude ausgewählt. © Garmin International

Das Wetterradar bietet eine Reichweite von 320 nautischen Meilen (593 Kilometer) und einen waagerechten Erfassungswinkel von 120 Grad. Die Piloten können sich über die Sektor-Scan-Funktion aber auch Bereiche, die für sie von besonderer Bedeutung sind, mit einem engeren Erfassungswinkel anzeigen lassen. Die farblich gekennzeichneten Bereiche, wo Hagel und Blitze auftreten, werden bis zu einer Entfernung von 80 nautischen Meilen (150 Kilometer) angezeigt, während Lufträume mit Turbulenzen bis zu einer Reichweite von 75 Kilometern auf dem Display erscheinen.

Textron ist Erstanwender für das GWX 80

Bei der Vorstellung des neuen Wetterradars konnte Garmin auch gleich den Erstanwender für das Gerät benennen: Es ist Textron Aviation, die das GWX 80 zusammen mit Garmin G5000 Avionikpaket für ihren neuen Super Midsize-Jet Cessna Citation Longitude ausgewählt haben.

Carl Wolf, Garmin-Vorstandsmitglied für Aviation Sales und Marketing sagte bei der Vorstellung des neuen Geräts: „Wir sind erfreut, mit dem GWX 80 ein Wetterradar auf den Markt zu bringen, das quasi keine Arbeit erfordert. Es ist für die Cockpits von Tausenden von neuen und existierenden Flugzeugen geeignet. Dank des automatisierten 3D Volumen-Scannens kann es weit mehr als nur Hagel und Blitze erkennen; es ist auch in der Lage, bedrohliche Gewitterzellen darzustellen, die Windscherungen und Turbulenzen beinhalten. Mit diesen Werkzeugen an der Hand haben Piloten ein viel größere Situationsbewusstsein und können vertrauensvoll um diese Wettergefahren herumfliegen und ihren Passagieren einen angenehmeren Flug bescheren.“

Auch wenn das GWX 80 mit seinen vielen Funktionen ein Schwergewicht im Wetterradar-Markt sein wird, ist es rein physikalisch betrachtet mit 6,3 Kilogramm Masse ein Leichtgewicht.  Garmin strebt die Technical Standard Order (TSO)-Zulassung des GWX 80 bis zum Ende dieses Jahres an.

Volker K. Thomalla

 

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla ist seit 2016 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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