Homepage » Industrie » Heißer Start für die Farnborough Airshow 2018

Der erste Tag der Farnborough Airshow brachte die ersten erwarteten großen Aufträge für die Flugzeughersteller. Auch kündigte das britische Verteidigungsministerium an, einen neuen Fighter entwickeln zu wollen. Deswegen und dank des anhaltend guten Sommerwetters im Süden des Vereinigten Königreichs waren Veranstalter und viele Aussteller mit dem Auftakt der sieben Tage dauernden Messe zufrieden.

17.07.2018

Leitwerksparade in Farnborough: (von links nach rechts: Boeing 787-8 von Biman Bangladesh Airlines, Prototyp des MRJ90 von Mitsubishi in ANA-Lackierung und das Leitwerk einer Dornier 328. © Paul Kaps

Obwohl russische Aussteller sich in diesem Jahr auf der Farnborough Airshow rar machten, waren viele neue Flugzeugmuster erstmalig auf der Messe zu sehen. Neben dem Airbus A220-300, der Boeing 737 MAX 7, der Embraer E190 E-2 und dem einmotorigen Turboprop-Trainer Diamond DART-550 waren unter den weiteren Debütanten auch die Gulfstream G500, die Dassault Aviation Falcon 8X, der Airbus A350-1000 sowie der italienische Jet-Trainer Leonardo T100.

Die Flugzeughersteller und ihre Zulieferer konnten auch mit den Ergebnissen des ersten Messetages auf dem Flughafen Farnborough – der TAG Aviation gehört – zufrieden sein, denn insgesamt konnte Airbus, Boeing, Embraer und ATR Bestellungen  für über 400 Flugzeuge bekanntgeben, auch wenn ein Teil der jetzt veröffentlichten Aufträge bereits zuvor Eingang in die Auftragsbücher gefunden hatte.

Impressionen vom ersten Tag

Auch industriepolitisch brachte der heutige Tag einen wichtigen Meilenstein hervor, denn der britische Verteidigungsminister Gavin Williamson präsentierte auf dem Stand von mit BAE ein Mock-up eines künftigen Fighters namens Tempest, der momentan im nationalen Alleingang angegangen wird. Er ist klar als Kontrahent des von Frankreich und Deutschland angestrebten Future Combat Aircraft Systems (FCAS) aufgestellt. Großbritannien hat weitere Nationen eingeladen, sich an dem eigenen Fighter zu beteiligen. Die britische Regierung sagte jedoch klar, dass sie sich eine Beteiligung an einem europäischen Projekt nur vorstellen könne, wenn dieses Projekt unter britischer Führung stünde. Mit Tempest und FCAS buhlen also jetzt zwei europäische Kampfflugzeugprojekte um weitere Mitstreiter wie Spanien, Italien, Schweden, Polen und andere europäische Länder, die über eine entsprechende Luftfahrtindustrie und einen Bedarf an einem neuen Kampfflugzeug ab 2030 haben. Minister Williamson sagte: „Wir sehen eine gefährliche neue Ära der Kriegsführung vor uns. Deswegen müssen wir uns auf die Zukunft konzentrieren. Heute zeigen wir ihnen einen kleinen Blick in die Zukunft.“

Volker K. Thomalla

 

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla ist seit 2016 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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