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Michelin stellt Connected Tyre vor

Michelin und Safran haben auf der Paris Air Show einen Flugzeugreifen vorgestellt, dessen Daten sich drahtlos abrufen lassen. Was im Auto längst zur Serienausstattung gehört, lässt sich für die Luftfahrt technologisch nicht einfach umsetzen. Das System bietet nicht nur Vorteile im Flugbetrieb, sondern auch bei der Maintenance und der Lagerhaltung.

22.06.2017

Michelin Safran Connected Tyre VKT_2320

Michelin und Safran haben einen Flugzeugreifen entwickelt, der seine Daten drahtlos überträgt. © Volker K. Thomalla

Der französische Reifenhersteller Michelin hat zusammen mit dem Technologie-Unternehmen Safran einen Flugzeugreifen entwickelt, dessen Daten drahtlos abrufbar sind. Michelin und Safran Landing Systems haben zwei Jahren an dem Projekt gearbeitet. Das aus dieser Kollaboration entstandene Produkt heißt PresSense und soll ab 2019 auf den Markt kommen.

Frank Moreau, Direktor von Michelin Aircraft Tyre, sagte bei der Vorstellung des Produktes auf der Luftfahrtmesse in Paris: „Die Zusammenarbeit der Teams von Michelin und Safran Landing Systems war von entscheidender Bedeutung. PresSense ist ein realer technologischer Fortschritt, unsere neueste Innovation als Antwort auf die Bedürfnisse unserer Kunden.“ Das System ist im Prinzip ein digital vernetzter Reifen. Ein Sensor misst nicht nur den Reifendruck und die Temperatur im Inneren des Reifens, er gibt diese Daten auch per RFID an ein spezielles Lesegerät weiter. Dadurch müssen Mechaniker den Reifendruck nicht mehr manuell per Manometer erfassen, sondern erhalten die aktuellen und die zuletzt davor gelesenen Daten automatisch auf ein Smartphone oder Tablet-Computer übertragen. Sie können so Trends erkennen und gleichzeitig die Daten dokumentieren. PresSense benötigt keine eigene Stromversorgung  in Form einer Batterie oder eines Akkus im Reifen.

PresSense überträgt die Daten per RFID

Zusammen mit den Sensordaten überträgt das System auch die Part-Number des Reifens, so dass die Mechaniker bei einer Ersatzteilbestellung diese Daten sofort verfügbar haben.

PresSense sei bewusst nicht mit der Avionik verbunden, sagte Frank Moreau in Paris. Ohne einen konkreten Preis zu nennen, sagte Moreau aber, das System werde sehr erschwinglich sein und eigne sich für alle Typen von Luftfahrzeugen von Verkehrs- und Militärflugzeugen bis hin zu Flugzeugen der Allgemeinen Luftfahrt. Obwohl Safran und Michelin bei der Entwicklung von PresSense zusammengearbeitet haben, liegt die Vermarktung des Systems in den Händen von Michelin.

Michelin ist ein global agierendes Unternehmen und gehört zu den führenden Herstellern von Flugzeugreifen. Die Firma hat bislang über drei Millionen Flugzeugreifen hergestellt.

Volker K. Thomalla

Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla ist seit 2016 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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