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NASA-Studie: Biofuel reduziert Schadstoffausstoß

Eine jetzt von der NASA veröffentlichte Studie zeigt, dass alternative Treibstoffe den Partikelausstoß von Jettriebwerken deutlich verringern. An den Messflügen für die Studie war auch das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) beteilgt.

18.03.2017

Die NASA hat zusammen mit dem DLR die Emissionen von alternativen Treibstoffen gemessen. Photo NASA/SSAI Edward Winstead

Die Nutzung von Biofuel anstelle von konventionellem Kerosin reduziert den Partikelausstoß von Jettriebwerken um 50 bis 70 Prozent. Dies ist das Ergebnis eines NASA-Forschungsprojekts, an dem auch das DLR und das kanadische National Research Council beteiligt waren. Die Ergebnisse der Studie wurden nun in der Zeitschrift Nature veröffentlicht.

Unter dem Akronym ACCESS (Alternative Fuel Effecets on Contrails and Cruise Emissions Study) führte die NASA 2013 und 2014 eine Messflugkampagne durch, bei der der Schadstoffausstoß von Jettriebwerken gemessen wurde. Dabei flogen Forschungsflugzeuge wie die Dassault Falcon 20 des DLR oder die HU-25C Guardian der NASA hinter der Douglas DC-8 der NASA. Der Abstand betrug zwischen 100 Metern und 36 Kilometern. Die DC-8 war mit einem 50-50-Gemisch aus konventionellem Kerosin und Bio-Treibstoff betankt. Der alternative Treibstoff war aus den Früchten der Leindotterpflanze gewonnen worden.

Ruß trägt zur Kondensstreifenbildung bei

Das Hauptaugenmerk der Forscher galt den Kondensstreifen, die sich häufig hinter hoch fliegenden Flugzeugen entwickeln. Sie bestehen hauptsächlich aus Wasser, dass in der kalten Atmosphäre gefriert und zur Wolkenbildung in dieser Höhe beiträgt. „Rußemissionen sind ein maßgeblicher Faktor bei der Bildung von Kondensstreifen“, sagte Bruce Anderson, Projektwissenschaftler im ACCESS-Programm der NASA im Langley Research Center in Hampton, Virginia. „Als Ergebnis unserer Messungen, die wir während der ACCESS-Kampagne durchgeführt haben, kann man sagen, dass die reduzierten Partikelemissionen sich direkt in eine verringerten Eiskristallkonzentration in Kondensstreifen übersetzen lassen. Dies wiederum sollte helfen, ihren Einfluss auf die Umwelt auf unsere Erde zu minimieren.“

Rich Moore, der Hauptautor der in Nature veröffentlichten Studie, sagte: „ Dies ist das erste Mal, dass wir die Menge der ausgestoßenen Rußpartikel im Flug quantifizieren konnten, während die Triebwerke eines Flugzeugs eine 50:50-Mischung mit Biofuel verbrennen.“ „Messungen hinter einem Flugzeug erfordern sehr erfahrene Besatzungsmitglieder und erprobte Messinstrumente. Das DLR hat dieses seit Jahren aufgebaut“, sagte Hans Schlager, Abteilungsleiter beim DLR-Institut für Physik der Atmosphäre in Oberpfaffenhofen, einer der Autoren der Studie. „Seit 2000 hat die Falcon des DLR an vielen Messkampagnen teilgenommen, um die Emissionen und Kondensstreifen von Verkehrsflugzeugen zu untersuchen.“

Volker K. Thomalla

Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla ist seit 2016 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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