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Rolls-Royce beginnt mit der Fertigung der UltraFan-Schaufeln

Mit dem UltraFan erprobt Rolls-Royce bereits heute die Technologien der nächsten Generation von zivilen Luftfahrtantrieben. Der Hersteller hat nun mit der Fertigung der ersten Fanschaufeln aus Faserverbundwerkstoffen begonnen. 2021 soll der UltraFan-Demonstrator zum ersten Mal auf dem Prüfstand laufen. 

12.02.2020

Rolls-Royce hat mit der Produktion der Fanschaufeln des UltraFan-Triebwerks begonnen. Die Schaufeln bestehen aus Faserverbundwerkstoffen und sind die größten ihrer Art. © Rolls-Royce

Der Triebwerkshersteller Rolls-Royce hat in seinem Technologiezentrum in Bristol in Großbritannien mit der Fertigung der Fanschaufeln für das UltraFan-Demonstrator-Triebwerk begonnen. Als komplett montierter Satz haben die Schaufeln aus Verbundwerkstoff einen Durchmesser von rund 3,56 Metern. Das entspricht fast dem Rumpfdurchmesser eines aktuellen Kurz- und Mittelstreckenflugzeugs, teilte Rolls-Royce jetzt mit. Der Rumpfdurchmesser eine Boeing 737 beträgt beispielsweise 3,76 Meter. Der Programm-Meilenstein markiert auch den offiziellen Produktionsstart von Teilen für den Demonstrator.

Mit dem UltraFan-Demonstrator wird Rolls-Royce Technologien erproben, die es ermöglichen, den Treibstoffverbrauch und die Emissionen eines Großtriebwerks im Vergleich zur ersten Generation der Trent-Triebwerke um 25 Prozent zu reduzieren. 2021 will Rolls-Royce mit der Erprobung des UltraFan am Boden beginnen. Die im Demonstrator integrierten Technologien sind skalierbar und in Triebwerken mit einem Schub zwischen 25.000 Pfund (111 kN) und 100.000 Pfund (445 kN) einsetzbar.

Vorläufer von Serien-Produkten

Rolls-Royce entwickelt und testet die Technologien, um sie den Flugzeugherstellern gegen Ende dieses Jahrzehnts, wenn eine neue Triebwerksgeneration benötigt wird, in serienreifen Produkten zur Verfügung stellen kann.

Unter anderem hat Rolls-Royce im UltraFan-Demonstrator eine neue Kerntriebwerksarchitektur eingeführt, die für höchste Treibstoffeffizienz und niedrige Emissionen sorgen soll. Materialseitig kommen beim UltraFan fortschrittliche keramische Verbundwerkstoffe zum Einsatz. Das sind hitzebeständige Komponenten, die auch bei hohen Turbinentemperaturen noch sehr effektiv arbeiten. Ein Reduktionsgetriebe im UltraFan ermöglicht, die Drehzahlen von Fan und Getriebe optimal an die jeweiligen Anforderungen anzupassen. Dadurch ist ein hohes Nebenstromverhältnis möglich, das wiederum für niedrigste Verbrauchswerte sorgt. Seit 2017 testet Rolls-Royce das Getriebe auf einem speziell dafür gebauten Getriebeprüfstand in Dahlewitz.

Detailaufnahme eines Planetengetriebes wie es Rolls-Royce im UltraFan verwenden wird. © Rolls-Royce

Der UltraFan zeigt auch, dass Leichtbau auch bei Flugzeugantrieben möglich ist. Dank der Fanschaufeln aus Faserverbundwerkstoffen – die als Erosionsschutz mit einer Vorderkante aus Titan versehen sind – und des neuartigen Fangehäuses schafft es der Hersteller, das Gewicht der Antriebe bei einem zweistrahligen Flugzeug um 700 Kilogramm im Vergleich zu heutigen Antrieben zu reduzieren.

Chris Cholerton, der Präsident Civil Aerospace bei Rolls-Royce, sagte: „Dies ist das Jahrzehnt des UltraFan und es ist spannend, die 2020er Jahre mit dem Start der Produktion des Demonstrator-Triebwerks zu beginnen. Wir haben alle Bausteine zusammen, das Design, die Technologien, einen brandneuen Prüfstand, und jetzt sehen wir, wie das alles tatsächlich zusammenkommt.“

Volker K. Thomalla

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla ist seit 2016 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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