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Safran kooperiert mit Abu Dhabi bei der Entwicklung von Biofuel

Der französische Technologie-Konzern Safran Group unterstützt ein Institut in den Vereinigten Arabischen Emiraten bei einem neuen Ansatz zur Entwicklung von Biotreibstoffen für die Luftfahrt. Das Institut hat weitere prominente Partner für seine Forschungen gewonnen.

30.11.2017

Um die angestrebten Ziele der CO2-Reduzierung durch die zivile Luftfahrt zu erreichen, benötigt die Industrie neben neuen Triebwerkstechnologien auch neue, nachhaltige Treibstoffe. © Volker K. Thomalla

Der französische Technologiekonzern Safran Group arbeitet aktiv an der Entwicklung von nachhaltigen Treibstoffen für die Luftfahrt. Nun hat das Unternehmen bekanntgegeben, dass es zusätzlich das Masdar Institute Sustainable Bioenergy Research Consortium (SBRC) in Abu Dhabi bei seinen Forschungen unterstützt. Neben Safran erfährt das Institut auch Unterstützung von Etihad Airways, General Electric, Boeing sowie der nationalen Ölgesellschaft von Abu Dhabi, ADNOC.

Treibstoff aus Salzwasser-Pflanzen

Auf Initiative des Masdar Instituts hat sich das Konsortium entschlossen, eine Aquakultur-Anlage in der Wüste von Abu Dhabi zu bauen, die mit den Abwässern von Fischfarmen in dem Emirat die Pflanzenart Queller (Salicornia) anpflanzt. Queller sind Pflanzen, die für den menschlichen Verzehr ungeeignet sind und für ihr Überleben Salzwasser benötigen. Sie haben nur eine Lebensdauer von rund einem halben Jahr und erzeugen sehr ölhaltige Samen, die in einem verhältnismäßig einfachen Prozess in Treibstoff umgewandelt werden können. Unter anderem hat das Massachusetts Institute of Technology (MIT) bereits die Tauglichkeit von Quellern für die Treibstoffproduktion mit einem positiven Ergebnis untersucht.

Die Aquakultur-Farm soll in einem Teil der Wüste Abu Dhabis gebaut werden, der sich nicht für Ackerbau eignet. Es entsteht also weder durch den Standort noch durch die Pflanzenart eine Konkurrenzsituation zur Produktion von Lebensmitteln. In dem Prozess kommt ausschließlich Meerwasser zum Einsatz.

Mehrere Firmen arbeiten an der Entwicklung von Biofuel für die Luftfahrt, um die CO2-Emissionen der Luftfahrt deutlich zu senken. © Volker K. Thomalla

Das Masdar-Institut strebt bei der Entwicklung von Luftfahrt-Treibstoffen aus Quellern eine ganzheitliche Lösung an, bei der alle Schritte des Prozesses nachhaltig ablaufen. Die Fischzucht dient der Lebensmittelproduktion, deren Abwässer werden zur Produktion der Queller verwendet. Das Restwasser aus dieser Produktion wird in neu anzupflanzende Mangrovenwälder an der Küste geleitet und von diesen wiederum gereinigt, bevor es wieder ins Meer gelangt.

Ehrgeizige Klimaschutzziele sind festgeschrieben

Die zivile Luftfahrt hat sich ehrgeizige Klimaziele gesetzt, die im Oktober 2016 von der Internationalen Zivilluftfahrt-Organisation ICAO festgeschrieben wurden. Ab 2020 will die Luftfahrt das Verkehrswachstum und den Ausstoß von CO2 entkoppeln. Der CO2-Ausstoß soll ab diesem Zeitpunkt nicht mehr zunehmen. Bis 2050 will die Industrie ihren CO2-Ausstoß auf die Hälfte des Volumens von 2005 verringern. Diese Ziele sind nur durch ein Bündel an Maßnahmen erreichbar. Neben neuen, effizienteren Triebwerken sollen bessere Flugsicherungsverfahren und optimierte Flugbetriebsabläufe zu einer Reduktion des CO2-Ausstoßes führen. Nachhaltige Treibstoffe sind ein weiterer entscheidender Faktor, um die Ziele überhaupt erreichen zu können.

Volker K. Thomalla

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla war von 2016 bis 2018 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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