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Widerøe und Rolls-Royce wollen Luftverkehr ohne Emissionen

Das Ziel ist ehrgeizig: Rolls-Royce und Widerøe arbeiten gemeinsam an einer Studie, wie man den Luftverkehr ohne Emissionen realisieren kann. Die Vision ist auf schnelle Ergebnisse ausgelegt: Schon bis 2030 will die norwegische Regionalfluggesellschaft ihre komplette Flugzeugflotte elektrifiziert haben. 

30.08.2019

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Die norwegische Fluggesellschaft Widerøe hat mit Rolls-Royce einer Vereinbarung getroffen, um zu untersuchen, wie man zu einem Luftverkehr ohne Emissionen kommt. © Widerøe

Norwegen spielt eine Vorreiterrolle bei den Bemühungen um eine drastische Reduzierung der CO2-Emissionen des Verkehrs. Bis 2040 will das Land sämtliche innernorwegischen Flüge auf Fluggeräte umstellen, die keine Emissionen mehr erzeugen. Um dieses ehrgeizige Ziel zu erreichen, stellt das Land erhebliche Forschungsmittel zur Verfügung.

Ola Elvestuen, der norwegische Minister für Klima- und Umweltschutz, sagte: „Unser Netzwerk an Flügen von kurzen Start- und Landebahnen aus in unseren Küstenregionen sowie im Norden des Landes sind ideal für den Elektroflug. Unser uneingeschränkter Zugang zu sauberer Elektrizität ist eine Gelegenheit, die wir nicht verpassen dürfen. Wir sind entschlossen, der Welt zu zeigen, dass es möglich ist, und viele werden überrascht sein, wie schnell diese Umstellung passieren wird.“

Erste Ergebnisse in zwei Jahren

Nun haben die norwegische Fluggesellschaft Widerøe und der britischen Triebwerkshersteller Rolls-Royce ein gemeinsames Forschungsprojekt vereinbart, mit dem evaluiert werden soll, wie man emissionsfreies Fliegen realisieren kann. Widerøe hat sich selbst das Ziel gesetzt, bis 2030 seine komplette Flotte von heute über 30 Flugzeugen durch Flugzeuge mit Elektroantrieb zu ersetzen. Zwar wurde der offizielle Startschuss für die Studie erst gestern gegeben, doch Experten von Rolls-Royce und Widerøe arbeiten schon länger an dem Projekt. Die Studie soll in spätestens zwei Jahren abgeschlossen sein.

Rolls-Royce ist auch Programmpartner im E-Fan X-Projekt von Airbus. © Airbus

Alan Newby, der Direktor für Luft- und Raumfahrtetchnologie und Zukunftsprogramme bei Rolls-Royce, sagte begeistert: „Dieses Projekt wird unsere globale Leistungsfähigkeit bei elektrischen Antriebslösungen weiter ausbauen. Sie wurde erst kürzlich durch die Übernahme des e-Aircraft-Geschäfts von Siemens gestärkt. Das Projekt ergänzt unsere Arbeiten in Großbritannien und Deutschland. Wir können dabei auf den Erkenntnissen des E-Fan X-Programms aufbauen und gehen zusammen mit Widerøe und Innovation Norway diesen Weg in die nächste Ära der Luftfahrt, um den Luftverkehr sauberer und leiser zu gestalten.“ 
Andreas Aks, der Chief Strategy Officer von Widerøe, sagte: „Die Entwicklung des Elektroflugs sieht vielversprechend aus, aber wir müssen schneller Fortschritte erzielen. Wir sind deswegen hoch erfreut, den anerkanntesten Triebwerkshersteller der Welt bei unserer grünen Reise an Bord zu haben.“

Volker K. Thomalla

 

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla ist seit 2016 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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