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Zephyr-Drohne bleibt beim Erstflug fast 26 Tage in der Luft

Sie fliegt so hoch und so lange, dass sie nicht mehr als Flugzeug, sondern als Pseudo-Satellit bezeichnet wird: Die Zephyr-Drohne von Airbus. Das erste Serienexemplar des solarbetriebenen Fluggerätes blieb bei seinem Erstflug gleich 25 Tage, 23 Stunden und 57 Minuten in der Luft.

9.08.2018

Die Zephyr-Drohne von Airbus blieb bei ihrem Erstflug 25 Tage und 23 Stunden in der Luft. © Airbus

Einen solchen Erstflug hat es noch nicht gegeben: Das erste Serienexemplar der Zephyr-Drohne von Airbus war am 11. Juli von einem Flugplatz im US-Bundesstaat Arizona gestartet und landete erst nach 25 Tagen, 23 Stunden und 57 Minuten Flugzeit wieder. Damit hat die Zephyr S den Weltrekord für den längsten Erstflug sicher.

Zephyr ist ein solarelektrisches, stratosphärisches, unbemanntes Luftfahrzeug (Unmanned Aerial Vehicle/UAV). Es wird ausschließlich mit Solarenergie betrieben. Batterien speichern während des Tages überschüssige Energie und geben sie nachts wieder an die Motoren ab. Zephyr flog tagsüber durchschnittlich in 74.000 Fuß (22.555 Meter) Höhe und damit in der Stratosphäre über dem Wetter und dem kommerziellen Flugverkehr. Die Drohne wiegt dabei nur 75 Kilogramm, erreicht aber eine Spannweite von 25 Metern.. Sie füllt nach Angaben des Herstellers eine Fähigkeitslücke, die Satelliten, Drohnen und bemannte Flugzeuge ergänzt, um anhaltende lokale satellitenähnliche Dienste anzubieten.

„Der äußerst erfolgreiche Erstflug stellt einen neuen wichtigen Meilenstein im Zephyr-Programm dar und fügt einen neuen stratosphärischen Flugdauerrekord hinzu, der hoffentlich in Kürze formalisiert wird. Wir werden in den kommenden Tagen alle gewonnenen technischen Daten und Ergebnisse auswerten und uns dann auf die für die zweite Hälfte des Jahres geplanten zusätzlichen Flüge in Wyndham in Westaustralien vorbereiten“, sagte Jana Rosenmann, Head of Unmanned Aerial Systems bei Airbus.

Airbus hat das britische Verteidigungsministerium als Erstkunden für Zephyr gewonnen. Die britische Regierung hat Airbus beim Erstflug auch unterstützt. Zephyr soll Zephyr nach Angaben von Airbus kommerziellen und militärischen Nutzern neue Möglichkeiten in den Bereichen Aufklärung und Konnektivität bieten. Zephyr habe das Potenzial, das Katastrophenmanagement zu revolutionieren, einschließlich der Überwachung der Ausbreitung von Waldbränden oder Ölverschmutzungen. Das System biete eine kontinuierliche Überwachung, zeige Veränderungen der Umwelt frühzeitig auf und werde in der Lage sein, Internet-Kommunikation in den entlegensten Teilen der Welt zu ermöglichen, so der Hersteller.

Airbus wird den Erstflug des Pseudo-Satelliten als Weltrekordflug anmelden. In der Klasse der Dauerflüge ohne Nachtanken und in der Klasse der unbemannten Luftfahrzeuge wird der Flug sicher den Weltrekord-Titel schaffen. Allerdings reichen die fast 26 Tage nicht für den absoluten Dauerflug-Weltrekord eines Flugzeugs aus.

Eine Cessna 172 war schon länger in der Luft

Auch wenn die Flugdauer der Zephyr-Drohne extrem beeindruckend ist, gab es schon Flugzeuge, die länger ohne eine Zwischenlandung in der Luft waren: Vom 4. Juni bis zum 1. Juli 1935 flogen Al und Fred Key mit einer Curtiss Robin 27 Tage nonstop. Sie wurden mit Hilfe einer von ihnen erfundenen Luftbetankungseinrichtung während des Fluges mit Treibstoff versorgt.

Und vom 4. Dezember 1958 bis zum 7. Februar 1959, also ganze 64 Tage, flogen Robert Timm und John Cook mit einer Cessna 172 über dem US-Bundesstaat Nevada den bis heute gültigen Rekord für den längsten Nonstop-Flug. Um Treibstoff, Nahrung und Schmiermittel aufzunehmen, flogen sie dicht über einen Truck, der den Highway entlang raste. Da muss Zephyr noch einiges nachlegen, um diesen Weltrekord zu knacken.

Bob Fischer

 

 

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Über Bob Fischer

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Bob Fischer ist PPL-Inhaber mit diversen Ratings. Er veröffentlicht regelmäßig Beiträge in Luftfahrtmagazinen auf der ganzen Welt. Bob hat eine große Erfahrung in Air-to-air-Fotografie mit Jets, Kolbenmotor- und Turbopropflugzeugen.

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