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Zunum Aero entwickelt Flugzeuge mit Hybridantrieb

Das US-Start-up-Unternehmen Zunum Aero hat seine Pläne zur Entwicklung von Flugzeugen mit Hybridantrieb vorgestellt. Das erste Muster soll zwischen fünf und zwölf Insassen transportieren und bereits ab 2022 marktreif sein. Zu einem späteren Zeitpunkt soll es auch ohne Piloten fliegen. Es hat prominente Unterstützer.

7.10.2017

Die Zunum-Hybridflugzeuge sollen darauf vorbereitet sein, zu einem späteren Zeitpunkt auch autonom zu fliegen. © Zunum Aero

Zunum Aero aus Kirkland im US-Bundesstaat Washington hat seine Pläne für die Entwicklung und die Produktion einer Flugzeugfamilie vorgestellt, die mit einem „Hybrid-to-Electric“-Antrieb ausgerüstet sein soll. Das Unternehmen verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz und will nicht nur ein Flugzeug bauen, sondern das gesamte Luftverkehrssystem im Regionalbereich verändern. Dabei kann es auf prominente Unterstützung bauen, denn sowohl der Aerospace-Riese Boeing als auch die US-Fluggesellschaft JetBlue Airways arbeiten seit April dieses Jahres mit dem Newcomer zusammen. Boeings Tochterfirma Horizon X und JetBlues Tochter Technology Ventures unterstützen die Firma bei der Definition eines hybrid-elektrischen Regionalverkehrsflugzeugs.

Zunum Aero plant, ein Hybridflugzeug zu entwickeln und bis 2022 auf den Markt zu bringen. © Zunum Aero

Das erste Muster soll bereits 2022 auf den Markt kommen. Es wird von zwei Elektromotoren mit je 500 kW (680 PS) angetrieben. Die erhalten ihre Energie von Batterien der neuesten Generation, die in den Tragflächen und im Heck untergebracht werden. Die Batterien werden von einem Generator gespeist, der von einem Verbrennungsmotor angetrieben wird. Die so erzielbare, maximale Reichweite des Zwölfsitzer beträgt 700 nautische Meilen (1.296 Kilometer). Als Reisegeschwindigkeit haben die Zunum-Ingenieure 295 Knoten errechnet. Die erforderliche Startstrecke soll nur 670 Meter betragen, damit das Flugzeug eine möglichst große Anzahl von existierenden Flugplätzen bedienen kann.

E-Antrieb reduziert die Betriebskosten

Zunum hat ausgerechnet, dass dank des neuen Antriebs die Betriebskosten des Flugzeugs bei nur etwa 250 US-Dollar pro Betriebsstunde liegen. Heruntergebrochen auf die Sitzmeilenkosten entspricht das etwa 8 Cent pro Sitzmeile. Mit so geringen Betriebskosten sollen die Ticketpreise zwischen 40 und 80 Prozent im Vergleich zum heutigen Preisniveau fallen, schätzt Zunum. Dank der niedrigen Betriebskosten könnten künftig auch alle regionalen Airports an das Luftverkehrsnetz angebunden werden, ist die Firma überzeugt.

Das erste Muster der Zunum-Hybridflugzeugfamilie soll ein Zwölfsitzer werden. © Zunum Aero

Neue Maßstäbe bei der Umweltfreundlichkeit soll das Fluggerät auch setzen und rund 80 Prozent weniger Emissionen ausstoßen als die heutige Generation von Turboprop-Flugzeugen.

Autonomes Fliegen ist auch geplant

Zunum rechnet damit, dass in Zukunft die Flugzeuge autonom fliegen werden und bereitet die Flugzeuge von Anfang an entsprechend darauf vor. Als Erstflugdatum strebt das Unternehmen das Jahr 2019 an. Das fünf bis zwölfsitzige Flugzeug soll bei seiner Markteinführung 2022 rund 4,5 Millionen US-Dollar kosten.

Der Name der Firma beruht auf einem Wort aus der Maya-Kultur. Dort hießen Kolibris Zunum.

Bob Fischer

 

 

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Über Bob Fischer

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Bob Fischer ist PPL-Inhaber mit diversen Ratings. Er veröffentlicht regelmäßig Beiträge in Luftfahrtmagazinen auf der ganzen Welt. Bob hat eine große Erfahrung in Air-to-air-Fotografie mit Jets, Kolbenmotor- und Turbopropflugzeugen.

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