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Germania benötigt frisches Kapital

Nach außen schien bei der Fluggesellschaft Germania alles im Lot zu sein: Die Flotte wird modernisiert, die Zahl der beförderten Passagiere wächst, und neue Nischenstrecken wurden erschlossen. Doch die Probleme des vergangenen Jahres haben zu einer Situation geführt, bei der das Unternehmen mit dem Rücken an der Wand steht. 

9.01.2019

Germania hat im vergangenen Jahr in Deutschland Marktanteile hinzugewonnen, benötigt nun aber frisches Kapital. © Germania

Die Fluggesellschaft Germania hat ein Problem: Sie benötigt Geld. Gestern hat das Unternehmen eine Pressemitteilung verschickt, in der es mitteilt, dass es „aktuell mehrere Optionen einer Finanzierung prüfe, um den kurzfristigen Liquiditätsbedarf zu sichern“. Nach Angaben des Web-Portals aeroTELEGRAPH, dessen Recherchen wohl Auslöser für die Pressemitteilung waren, benötigt die Airline mit einer gewissen Dringlichkeit rund 20 Millionen Euro. Das Unternehmen, das rund vier Millionen Fluggäste pro Jahr befördert, hat den Finanzbedarf selbst nicht quantifiziert.

2018 brachte große Herausforderungen

Germania begründet den Finanzbedarf damit, dass das Jahr 2018 bekanntermaßen mit großen Herausforderungen verbunden gewesen sei. Die gesamte Branche befinde sich in einer Umbruchphase, von der auch Germania betroffen sei. Unvorhersehbare Ereignisse wie massive Kerosinpreissteigerungen über den Sommer des vergangenen Jahres bei gleichzeitiger Abwertung des Euros gegenüber dem US-Dollar, erhebliche Verzögerungen bei der Einflottung von Fluggerät sowie eine außergewöhnlich hohe Anzahl technischer Serviceleistungen an der Flotte seien für das Unternehmen eine große Belastung gewesen.

Die katastrophale Verspätungssituation des vergangenen Jahres hatte bei vielen europäischen Airlines zu Rekordsummen bei den gesetzlich vorgeschriebenen Entschädigungen für Passagiere geführt. Einige Airlines wie Primera, SkyWork und VLM mussten Insolvenz anmelden und sind vom Markt verschwunden.

Bei der Prüfung der Optionen schließt Germania auch einen Verkauf der gesamten Airline nicht aus. „Es geht dabei um die zentrale Frage, wie wir als mittelständisches Unternehmen auch weiterhin in einem Marktumfeld schlagkräftig bleiben, das von Fluggesellschaften mit konzernähnlichen Strukturen geprägt ist“, schreibt Germania in ihrer Mitteilung. Beim Flugbetrieb gebe es keine Einschränkungen, alle Germania-Flüge fänden planmäßig statt.

Volker K. Thomalla

 

 

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