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Kartellamt gibt Lufthansa grünes Licht für Air Berlin-Lease

Das Bundeskartellamt hat der Lufthansa die Genehmigung erteilt, 38 Flugzeuge der angeschlagenen Air Berlin im Wetlease zu übernehmen. Laut Kartellamt verbleibt die operative Verantwortung für den Flugbetrieb, die Crewplanung und die Wartung bei Air Berlin.

30.01.2017

Eurowings erhält von Air Berlin mehrere Airbus A320 im Rahmen eines Wet-Lease-Vertrages mit der Lufthansa. Foto und Copyright: Volker K. Thomalla

Das Bundeskartellamt hat heute der Lufthansa und Air Berlin die Genehmigung für einen Wetlease-Vertrag über 38 Airbus A319 und A320 der Air Berlin erteilt. Beide Parteien hatten den Vertrag am 30. Dezember vorsorglich den Wettbewerbshütern zur Prüfung vorgelegt. Wie aus der Pressemitteilung des Kartellamtes hervorgeht, ist der Vertrag zunächst für eine Laufzeit von sechs Jahren geschlossen. Es gibt aber auch Verlängerungsoptionen. Die Flugzeuge inklusive der Besatzungen sollen von den beiden Lufthansa-Töchtern Eurowings und Austrian Airlines fliegen, wobei fünf für Austrian eingesetzt werden sollen und 32 bei Eurowings. Ein Flugzeug soll als Reservemaschine dienen. Wie beim Wetlease üblich, bleibt die operative Verantwortung für den Flugbetrieb, die Crewplanung und die Wartung beim Leasinggeber, also bei Air Berlin.

Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamtes, sagte zu der Entscheidung seiner Behörde: „Der Fall weist einige Besonderheiten auf. Die Übernahme von Flugzeugen eines Wettbewerbers ist wettbewerblich anders zu bewerten als etwa die Übernahme des gesamten Unternehmens. Die Vereinbarung zwischen Lufthansa und Air Berlin weist keinen konkreten Bezug zu den geflogenen Strecken auf. Lufthansa übernimmt Flugzeuge, nicht aber die Slots von Air Berlin. Unsere Ermittlungen haben ergeben, dass die Übernahme der Flugzeuge auch keinen Einfluss auf die Neuvergabe der Slots hat, die bislang von Air Berlin genutzt wurden. Natürlich hat Lufthansa mit den neuen Flugzeugen die Möglichkeit zu expandieren. Dieser Zuwachs ist jedoch nicht ausreichend, um eine Untersagung des Vorhabens zu tragen.“

Die A320-Flotte der Eurowings ist durch die Übernahme von A320 von Air Berlin schnell gewachsen. Foto und Copyright: Volker K. Thomalla

Dank des jetzt genehmigten Vertrages kann Eurowings ihre Flotte von derzeit 34 Flugzeugen schnell vergrößern und die Zahl der angeflogenen Destinationen schnell erhöhen. Air Berlin kann im Gegenzug ihre Kapazitäten schnell reduzieren. Die Airline will ihre Flotte auf nur noch 75 Flugzeuge schrumpfen. Am 1. Februar geht der bisherige Air-Berlin-Chef Stefan Pichler und wird von dem Lufthansa-Manager Thomas Winkelmann abgelöst.

Volker K. Thomalla

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