Homepage » Luftverkehr - news » Köln Bonn Airport erwartet 2019 einen Gewinneinbruch

Köln Bonn Airport erwartet 2019 einen Gewinneinbruch

Der Flughafen Köln/Bonn wird aus heutiger Sicht im laufenden Jahr den höchsten Verlust seit Jahren einfahren. Umsatzsteigerungen und ein Einsparprogramm sollen dabei helfen, dass der Airport schon im nächsten Jahr wieder schwarze Zahlen schreiben kann. 

16.10.2019

Der Köln Bonn Airport wird 2019 einen Verlust von fast 20 Millionen Euro verbuchen. © Volker K. Thomalla

Nach den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres haben sich die Prognosen des Managements des Köln Bonn Airports für das Jahr 2019 bestätigt. Konnte der Airport im vergangenen Jahr noch einen kleinen  Gewinn von 936.000 Euro erwirtschaften, so wird das Ergebnis dieses Jahres mit roter Tinte geschrieben werden müssen. Rund 19,9 Millionen Euro Verlust erwartet Johan Vanneste, der Vorsitzende der Geschäftsführung der Flughafen Köln/Bonn GmbH.

Der Flughafen Köln/Bonn rechnet mit einem Rückgang des Frachtaufkommens im Jahr 2019 von vier Prozent. © V. K. Thomalla

Bei den Passagierzahlen ist der Rückgang nicht so stark wie noch vor neun Monaten gedacht. Aber am Ende des Jahres werden wohl mit 12,3 Millionen Fluggästen rund fünf Prozent weniger Menschen den Flughafen CGN genutzt haben als noch 2018.

Auch der in Köln/Bonn traditionell starke Luftfrachtbereich schwächelt. Hier erwartet die Geschäftsführung ein Minus von vier Prozent, was einem Gesamtaufkommen von 825.000 Tonnen entspricht.

Besondere Herausforderungen

„Das Jahr 2019 stellt die deutsche Luftverkehrsbranche vor besondere Herausforderungen. Marktaustritte sowie Konsolidierungen von Fluggesellschaften führen zu schwierigen Rahmenbedingungen, zudem sorgt die anhaltend schwache Weltwirtschaft standortübergreifend für sinkende Nachfrage in der Fracht. Auch auf uns wirkt sich diese Entwicklung aus“, sagte Vanneste. „Dass sich Köln/Bonn trotz der angespannten Marktlage als wichtiger Standort behaupten kann, zeigen wiederum die Engagements neuer Airlines am Airport.“

Vaneste verweist unter anderem auf die italienische Alitalia, die ab Herbst regelmäßig von Mailand nach CGN fliegen wird. Allerdings ist das Engagement der Airline nicht nachhaltig, denn die Alitalia ist seit Mai 2017 insolvent und fliegt derzeit nur mit Hilfe eines Überbrückungskredits der italienischen Regierung. Alle Restrukturierungsversuche bei der Airline sind bislang gescheitert. Die Alitalia kann also schneller wieder weg sein als sie kommt.

Der Flughafen will schon 2020 wieder in die Gewinnzone zurückkehren und hat deswegen ein nach eigenen Angaben „umfangreiches Ergebnisverbesserungsprogramm“ auf den Weg gebracht. Ein einmaliges Sonderbudget in Höhe von 10,0 Millionen Euro steht für „die Rückführung von Personalkosten durch Vorruhestands- und Altersteilzeitprogramme bereit“. Außerdem sollen die Bodenverkehrsdienste saniert, und wenn möglich, in eine eigene Tochtergesellschaft überführt werden. Die Flughafengesellschaft will aber nicht nur bei den Kosten sparen, sondern auch die Erlösseite verbessern. Dazu will man die Mieten erhöhen, was angesichts niedrigerer Passagierzahlen gegenüber den Mietern aber schwer zu vermitteln sein wird.

Volker K. Thomalla

 

 

Folgen Sie uns auf Twitter
Liken Sie uns auf Facebook

 

 

Schon gelesen?

Köln/Bonn erwartet für 2019 Rückgang der Passagierzahlen

Bremen Airport schafft leichten Zuwachs bei den Passagieren

Paderborn Lippstadt hält die Passagierzahlen aus 2017

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.