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Air France gründet neue Tochter-Airline Joon

Nach der Einigung mit der Pilotengewerkschaft SNPL über die Gründung einer neuen Tochter-Airline gibt Air France Gas: Gestern stellte sie in Paris den Namen, die Strategie und das Management der neuen Tochter vor. Im Herbst soll die neue Fluggesellschaft starten.

21.07.2017

Joon-Heck

Das ehemalige Air France-Projekt "Boost" geht nun unter dem Namen Joon an den Start. © Air France

Aus Boost wurde Joon. Das Projekt einer neuen Billig-Airline innerhalb des Air France-KLM-Konzerns hat gestern eine überraschende Wende genommen. Nach der Einigung des Managements mit den Piloten über die Gründung der neuen Tochter, gab Air France gestern die Strategie und den Namen für die neue Tochter bekannt. Die neue Tochter heißt „Joon“ und soll mit ihrer Kostenstruktur rund 18 Prozent unter der der Muttergesellschaft liegen. Mit ihr will Air France unrentable Strecken zu niedrigeren Kosten anbieten.

Die Joon-Piloten werden aus dem Pool der Air France-Piloten rekrutiert und arbeiten unter identischen Arbeits- und Vergütungsbedingungen wie bei der Muttergesellschaft. Das Kabinenpersonal soll neu eingestellt werden, jedoch wird es mit bis zu 45 Prozent weniger Gehalt auskommen müssen als bei Air France.

Joon will berufstätige Millenials ansprechen

Aber Joon wird nicht als klassischer Low-Cost-Carrier am Markt auftreten. Joon will sich als Airline für Millenials platzieren, also für Menschen, die zwischen 1980 und 2000 geboren wurden, und die als erste digitale Generation gelten. Der Name Joon soll Assoziationen an das französische Wort „jeune“ für „jung“ wecken, hoffen die Air France-Verantwortlichen. Die Kunden sollen vor allem aus dem Segment der berufstätigen 18- bis 35-Jährigen kommen.“Mit Joon haben wir eine junge und vernetzte Marke geschaffen, die dieser Zielgruppe einen neuen Impetus verleihen wird“, sagte Dominique Wood, Executive Vice President Brand and Communications bei Air France. „Die Marke wurde für unsere Millenial-Kunden entwickelt und bietet mehr als nur einen Flug und einen Preis, sie wird vielmehr eine globale Reise-Erfahrung bieten.“ WLAN an Bord und neue digitale Services sollen diese spezielle Kundengruppe an die Airline binden.

Air France zeigte bei der Präsentation ihrer neuen Tochter die Lackierung an drei verschiedenen Flugzeugtypen. © Air France

Noch in diesem Herbst soll die Airline für Millenials ab dem Flughafen Paris Charles-de-Gaulle an den Start gehen. Zunächst mit sechs Airbus A321 auf Feeder-Flügen in den Air France-Hub, und ab Sommer 2018 auch auf Langstrecken mit eigenen Destinationen. Die Flotte soll aus insgesamt 28 Flugzeugen bestehen: 18 Standardrumpf-Flugzeugen und zehn Widebodies der Typen Airbus A340 und A350 XWB.

Destinationen für die Airline gab Air France noch nicht bekannt, wohl aber, wer die Fluglinie leiten soll. Jean-Michel Mathieu, mit 48 Jahren ein wenig älter als die Zielgruppe, wurde auserkoren, die neue Tochter auf den Weg zu bringen. Zuvor hat er bei Air France und Air France KLM Berufserfahrung in den Bereichen Netzwerkplanung, Revenue Management, Digital Services und Kundenbeziehungen gesammelt.

Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla ist seit 2016 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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