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Air Greenland hat die ersten Teile von AF066 geborgen

Knapp eine Woche nach dem katastrophalen Triebwerksschaden an einem der vier Triebwerke des Air France-Fluges AF066 hat die Air Greenland die ersten Wrackteile des zerstörten GP7200-Turbofans in Grönland geborgen. 

Ein Hubschrauber der Air Greenland hat die ersten Überreste des beschädigten GP7200-Triebwerks aus dem Eis auf Grönland geborgen. © AIB Denmark/Air Greenland

Für die Unfallermittler ist die Bergung der Wrackteile des zerstörten Triebwerks GP7200 des Airbus A380 ein Wettlauf mit der Zeit, denn das Wetter und die Sichtbedingungen verschlechtern sich quasi von Tag zu Tag. Ein vierstrahliger Riesen-Jumbo vom Typ Airbus A380 hatte vergangenen Samstag als Flug Air France AF066 auf dem Weg von Paris Charles-de-Gaulle nach Los Angeles über Grönland große Teile des äußeren rechten Triebwerks verloren. Dabei war auch die Flügelvorderkante im Bereich des GP7200-Triebwerks beschädigt worden. Das Flugzeug mit 497 Passagieren an Bord konnte nach dem massiven Triebwerksschaden zwei Stunde später auf dem kanadischen Militärflugplatz Goose Bay sicher landen.

Der Zwischenfall gilt nun als Unfall

Die dänischen Unfallermittler delegierten die Unfalluntersuchung an das französische Flugunfall-Untersuchungsbüro BEA. Nachdem mit Hilfe der Daten aus dem Flugdatenschreiber des Airbus A380 die genaue Position des inzwischen von der BEA als „Unfall“ eingestuften Zwischenfalls festgestellt werden konnte, haben Hubschrauber der Air Greenland die ersten Wrackteile des Triebwerks lokalisiert. Ein Hubschrauber des Betreibers hat auch erste Teile  geborgen. Allerdings ist – für diese Jahreszeit typisch – einsetzender Schneefall hinderlich bei der Lokalisierung und späteren Bergung weiterer Wrackteile. Eine weitere Mission zur Bergung der anderen gefundenen Teil wird erst stattfinden, wenn die Wetterbedingungen auch eine Bergung erlauben.

Vor der Bergung wurde die Lage der Wrackteile des GP7200-Turbofans genau vermessen. © AIB Denmark/Air Greenland

Der Helikopter der Air Greenland hat die Teile im Auftrag der dänischen Flugunfallermittler geborgen. Sie werden nun nach Dänemark gebracht, wo sie von französischen Spezialisten, unterstützt von Technikern des Herstellers des Flugzeugs und der Fluggesellschaft untersucht werden.

Volker K. Thomalla

 

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Über Volker K. Thomalla

Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla ist seit 2016 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.
Journaliste chez Aerobuzz.fr

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