Homepage » Luftverkehr » Airbus stellt Airspace-Kabinenkonzept für A320 vor

Airbus stellt Airspace-Kabinenkonzept für A320 vor

Airbus transferiert das erfolgreiche Kabinenkonzept der A350 XWB nun auch in überarbeiteter Form zur A320-Familie. Die Gepäckfächer werden nochmal größer, und die Airlines können die Kabinendecke individuell mit Licht gestalten – und beispielsweise auch als Werbefläche nutzen. 

Airlines können beim Airspace-Kabinenkonzept die Deckenbeleuchtung individuell gestalten, zum Beispiel auch mit Werbebotschaften. © Airbus

Airbus hat angekündigt, das bei den A350-Passagieren beliebte Kabinenkonzept nun auch auf die Narrowbody-Familie A320 zu übertragen. Ingo Wuggetzer, Vorstandsmitglied für Cabin Marketing bei Airbus, stellte das Konzept in Paris zusammen mit seinem Kollegen François Caudron, Senior Vice President Marketing, vor.

Der Hersteller hat das „Airspace“ genannte Konzept mit Airlines zusammen entwickelt. Es soll dem Passagieren ein durchgängiges Produkt vermitteln, egal, ob der Fluggast mit einem Großraumflugzeuge oder in einem Standardrumpf-Flugzeug sitzt. Herausragendstes Merkmal bei „Airspace“ sind die Gepäckfächer. Sie sind nach Angaben von Ingo Wuggetzer 40 Prozent größer als heutige Gepäckfächer. Sie nehmen bis zu acht Standard-Trolleys auf, während heutige Overhead-Bins acht aufnehmen. Sie sind bewusst nicht als herunterklappbare Gepäckfächer gebaut, denn „wenn Sie als Flugbegleiter mehrmals täglich alle Gepäckfächer schließen müssen, wissen sie abends, was Sie gewuchtet haben“, sagt Wuggetzer. Die Airspace-Overhead-Bins werden mit einer Klappe verschlossen.

Zum neuen Airspace-Kabinenkonzept von Airbus gehört auch eine individuell gestaltbare Kabinenbeleuchtung. © Airbus

Für den Passagier nicht offensichtlich ist die Neugestaltung der Seitenverkleidungen in der Kabine. Sie ist dünner als bisher, so dass die Kabinenbreite auf Schulterhöhe um 2,54 Zentimeter wächst. Die Verkleidung der Fenster haben sich die Designer auch vorgenommen und bei „Airspace“ vergrößert, so dass Reisende das Gefühl haben, neben größeren Fenstern zu sitzen.

Musik und Aromadüfte auf der Toilette

Bei der Überarbeitung der Waschräume und Toiletten hat der Hersteller sehr viel Wert auf den Input von asiatischen und arabischen Fluggesellschaften gelegt. So sind die neuen Toiletten (optional) mit einem berührungslosen Bediensystem ausgerüstet. Antibakterielle Beschichtungen aller Oberflächen sollen verhindern, dass Passagiere unangenehme Urlaubserinnerungen von anderen Fluggästen übernehmen. Eine automatische Beschallung sorgt dafür, dass selbst bei einer geräuschvollen Verrichtung die vor der Tür wartenden Mitreisenden sich nicht peinlich berührt fühlen müssen. Ein automatischer Aroma-Spender rundet das Wohlfühl-Paket ab und sorgt dafür, dass die olfaktorische Wahrnehmung der Toilettennutzer nicht gestört wird.

Werbung an der Kabinendecke

Die für den Passagier auffälligsten Veränderung findet bei der Lichtgestaltung statt. Airlines haben die Möglichkeit, die Kabine individuell mit Licht zu gestalten. Dies geschieht nicht nur durch klassische LEDs oder andere Leuchtmittel, die Kabinendecke beispielsweise wird selbst zur beleuchteten und individuell gestaltbaren Fläche. 16,4 Millionen Farben stünden dafür im System zur Verfügung. Auf die Frage von aerobuzz.de, ob er nicht fürchte, dass Low-Cost-Airlines diese Gestaltungsfreiheit nutzen würden, um ihre Passagiere in Zukunft auch während des Fluges mit Werbung an der Decke zu beglücken, antwortete François Caudron mit einer Gegenfrage: „Warum glauben Sie, sollten sich nur Low-Cost-Carrier dafür interessieren?“

Das Kabinenkonzept ist sowohl für Neuflugzeuge erhältlich als auch in Form einer Nachrüstung. Einen Erstkunden konnten die Manager noch nicht nennen, aber sie sagten, dass das Interesse bei den Kunden sehr groß sei. Sie erwarteten den ersten Einbau einer Airspace-Kabine in einem Airbus A320neo.

Volker K. Thomalla

 

Über Volker K. Thomalla

Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla ist seit 2016 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.
Journaliste chez Aerobuzz.fr

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

AAS Ad

Facebook