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Airbus stellt neuen Airbus A380plus vor

Airbus hat am Vortag der heute beginnenden Pariser Luftfahrtausstellung eine Entwicklungsstudie für einen leistungsfähigeren Airbus A380 vorgestellt. Das überarbeitete Flugzeug soll mehr Passagiere fassen, eine höhere Abflugmasse haben und weiter fliegen als die heutige A380-Generation.

19.06.2017

Airbus hat am Vortag der Paris Air Show den Airbus A380plus mit Winglets und erhöhter Abflugmasse vorgestellt. © P. Pigeyre/Airbus

Auf der Paris Air Show, die heute auf dem Stadtflughafen Le Bourget bei Paris beginnt, stellt Airbus eine neue A380-Generation vor. Der Hersteller bezeichnet das Projekt zwar noch als „Entwicklungsstudie“, hat aber bereits einige der neuen Features in einen Prototypen integriert. Augenscheinlichstes Merkmal der neuen Version des größten Verkehrsflugzeugs der Welt sind 4,70 Meter hohe Winglets an den Tragflächenspitzen. Sie ragen 3,50 Meter über die Tragfläche nach oben und 1,20 Meter nach unten. Zusammen mit anderen, kleineren aerodynamischen Verbesserungen des Vierstrahlers sollen sie für eine um vier Prozent verringerten Treibstoffverbrauch sorgen.

Die schon auf der Aircraft Interiors Expo in Hamburg im April dieses Jahres gezeigte Optimierung der Bestuhlung erlaubt die Unterbringung von bis zu 80 zusätzlichen Sitzplätzen, was zu einer Verbesserung der Sitzplatzkosten von bis zu 13 Prozent im Vergleich zur heutigen A380-Generation führen kann. Allein durch die Verlegung der vorderen Treppe zum Oberdeck schafft der Hersteller es, bis zu 20 Sitze mehr auf dem vorhandenen Platz unterzubringen, ohne dass der Komfort darunter leidet.

Neues MTOW der A380plus von 578 Tonnen

Das neue maximale Abfluggewicht des Riesen soll auf 578.000 Kilogramm ansteigen. Dadurch büßt das Flugzeug trotz der deutlich höheren Passagierkapazität nichts von seiner Reichweite von derzeit 8.200 nautischen Meilen (15.186 Kilometer) ein oder kann bei identischer Passagierkapazität der heutigen A380 bis zu 300 nautische Meilen (555 Kilometer) weiter fliegen.

Der Hersteller hat sich ebenfalls das Wartungs- und Überholungsprogramm für das Flugzeug angeschaut und Verbesserungspotenzial entdeckt. So können bei der A380plus die Maintenance-Intervalle verlängert werden, und die Werftliegezeit bei einem Sechsjahres-Check soll auch niedriger ausfallen als bei heutigen A380.

Emirates, der mit Abstand größte Kunde für die A380, hat von Airbus schon mehrfach Verbesserungen gefordert. Die Airline aus Dubai hat angekündigt, eine weitere Großbestellung für das Flugzeug abgeben zu wollen, wenn der Hersteller eine A380neo mit verbesserten Triebwerken lauscht. Ob es Airbus gelingt, mit der A380plus, Emirates oder andere Kunden, zu neuen Bestellungen zu bewegen, wird diese Woche zeigen.

Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla ist seit 2016 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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