Homepage » Luftverkehr » Airbus und Zodiac wollen Passagiere im Unterdeck schlafen lassen

Airbus und Zodiac wollen Passagiere im Unterdeck schlafen lassen

Auf der Aircraft Interiors Expo (AIX) in Hamburg hat Airbus heute seine Partnerschaft mit Zodiac Aerospace bei Unterflur-Containern für Passagieranwendungen publik gemacht. Das System soll ab 2020 zugelassen sein.

10.04.2018

Airbus und Zodiac haben auf der Aircraft Interiors Expo Schlafcontainer im Unterdeck für die A330 und A350 XWB vorgestellt. © Airbus

Langstreckenflugzeuge bieten zuweilen noch überraschend viel ungenutzten Raum. Bei Großraumflugzeugen wie der Boeing 747 gibt es noch Platz über der Deckenverkleidung der Kabine auf dem Hauptdeck, der wegen der niedrigen Resthöhe nicht sinnvoll für Passagiere genutzt werden kann. Auch sind die Frachträume auf dem Unterdeck bei vielen Langstreckenflügen nicht gefüllt, da Passagier- und Frachtaufkommen sich nicht immer mit parallelen Kurven entwickeln.

Airbus hat heute auf der Aircraft Interiors Expo (AIX) in Hamburg das Konzept von schnell einrüstbaren Containern auf dem Frachtdeck von A330-Widebodies für Passagiere vorgestellt.

Der europäische Flugzeughersteller hat das Konzept in Partnerschaft mit dem französischen Zulieferer Zodiac Aerospace entwickelt. Zunächst war es für den Airbus A350 XWB vorgesehen, doch nun wird wohl der Airbus A330 das erste Muster, für das Schlafcontainer für die Passagiere angeboten werden. Die Möglichkeiten zur Einführung von Passagiercontainern im Unterdeck bei der A350 XWB würden untersucht, hieß es von Airbus.

Einbau während des normalen Turn-Arounds

Die Passagiercontainer können im Rahmen eines normalen Ladevorgangs im Unterdeck entsprechend vorgerüsteter Flugzeuge eingeladen werden. Es müssen lediglich Strom, Wasser und Luftzufuhr angeschlossen werden. Als erste Anwendung stellen sich die Partner vor, dass Passagieren Schlafplätze unter Deck angeboten werden. Damit können Airlines gegen Aufpreis ihren Passagieren den Komfort eines richtigen Bettes anbieten. Allerdings benötigen diese Fluggäste noch einen „richtigen“ Sitz in der Passagierkabine, denn die Container werden nicht für den Gebrauch durch Passagiere während des Starts und der Landung zugelassen.

Das Projekt ist relativ weit fortgeschritten. Bereits 2020 will Airbus die Option von Schlafcontainern für die A330 als Option in die Liste der Ausrüstungsextras aufnehmen. Bis dahin sollen die Container auch durch die Luftfahrtbehörden zertifiziert sein.

Die beiden Partnerfirmen haben noch weitere Ideen für Container im Unterdeck. So kann eine Airline beispielsweise gemeinsam reisenden Teams im Reiseflug einen eigenen Konferenzraum zur Verfügung stellen. Andere Airlines haben vielleicht Bedarf an einem Unterflur-Spielplatz. Ja selbst eine Krankenstation in einem Unterdeck-Container ist auf der Ideenliste der Konstrukteure zu finden. Geoff Pinner, Leiter des Airbus Cabin & Cargo Programms, sagte: „Dieser Ansatz ist für den gewerblichen Luftverkehr ein Paradigmenwechsel beim Passagierkomfort. Wir haben bereits sehr positive Rückmeldungen von verschiedenen Airlines auf unsere Mock-ups bekommen.“

Volker K. Thomalla

 

 

 

Weitere Beiträge zur Aircraft Interiors Expo: 

Der April ist Airshow-Monat in Deutschland

HOSA auf der AIX: Mittelstand zeigt Innovationsstärke

Großauftrag für Recaro Aircraft Seating von SpiceJet

 

 

Über Volker K. Thomalla

zum Aerobuzz.de
Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla ist seit 2016 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.