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Amazon baut eigenes Luftfracht-Drehkreuz in Cincinnati auf

Der amerikanische Online-Versandhändler Amazon hat angekündigt, auf dem Flughafen Cincinnati einen Air Cargo Hub zu bauen. Das Unternehmen will dazu bis zu 1,49 Milliarden Dollar investieren.

2.02.2017

Amazon baut eine eigene Frachtfluggesellschaft namens Prime Air auf. Der Heimatflughafen der Flotte wird Cincinnati sein. Foto und Copyright: Prime Air

Der Cincinnati/Northern Kentucky International Airport (CVG) im US-Bundesstaat Kentucky hat schon bessere Tage gesehen: Vor der Jahrtausendwende diente er Delta Air Lines als internationales Drehkreuz. Drei Passagierterminals mussten gebaut werden, um die Passagierströme zu bewältigen. Doch als Delta Air Lines sein Hub drastisch verkleinerte, sank die Bedeutung des Airports dramatisch. Heute reicht eines der drei Terminals, um die Passagiere abzufertigen. Die beiden anderen Gebäude stehen leer.
Doch nun wird dem Flughafen wieder neues Leben eingehaucht, und zwar von dem US-Online-Versandunternehmen Amazon, das auf einem 364 Hektar großen Gelände in der Gemeinde Hebron direkt neben dem Flughafen ein eigenes Luftfracht-Drehkreuz bauen will. Amazon will stärker als bisher an der Wertschöpfungskette partizipieren und von Dienstleistern unabhängiger werden. Dazu hat der Konzern bereits im August letzten Jahres eine eigene Frachtfluggesellschaft, die Prime Air, gegründet. Eine erste Frachtmaschine vom Typ Boeing 767-300F wurde in Prime-Air-Lackierung im August 2016 vorgestellt. Gleichzeitig kündigte Amazon-Boss Jeff Bezos an, bis zu 40 Boeing 767-Frachter betreiben zu wollen. Bis heute ist die Flotte auf 16 Boeing 767-300F angewachsen. Die Flugzeuge werden von den Frachtfluggesellschaften Atlas Air und Air Transport International geleast.

Gelände ist für 50 Jahre geleast

Das Gelände, auf dem der neue Hub entsteht, wird Amazon im Rahmen eines Pachtvertrages mit 50-jähriger Laufzeit überlassen. Das Unternehmen erhält von der regionalen Wirtschaftsförderungsbehörde „Kentucky Economic Development Finance Authority“ in den nächsten zehn Jahren Steuervorteile in Höhe von bis zu 40 Millionen US-Dollar, allerdings sind diese Mittel an Bedingungen geknüpft. So muss Amazon die angekündigte Zahl von Arbeitsplätzen – bis zu 2.000 – auch schaffen, und der Durchschnittslohn der geschaffenen Arbeitsplätze muss 26 Dollar pro Stunde betragen. „Als wir uns nach Standorten für unser Luftfrachtdrehkreuz umgeschaut haben, stieg Hebron sehr schnell an die Spitze der Liste auf. Hier gibt es eine Menge qualifizierter Arbeitskräfte, der Standort ist zentral gelegen und ist sehr gut vernetzbar mit unseren regionalen Fulfillment-Centers und er bietet eine exzellente Lebensqualität für unsere Mitarbeiter“, sagte Dave Clark, Amazon Vice President of Worldwide Operations, bei der Bekanntgabe der Standortwahl. „Wir haben hart gearbeitet, um sicherzustellen, dass CVG ein großartiger Platz für Gewerbetreibende ist, und wir könnten nicht glücklicher sein, zu sehen, dass Amazon diese Bemühungen anerkennt, indem sie planen, an unserem Flughafen ein Weltklasse-Luftfrachtdrehkreuz aufzubauen“, sagte Candace S. McGraw, die Hauptgeschäftsführerin (CEO) der Flughafengesellschaft von Cincinnati.

Volker K. Thomalla

Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla ist seit 2016 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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