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ATR und Air New Zealand arbeiten an Hybrid-Regionalflugzeug

Die Themen Hybird- und Elektroantriebe für Flugzeuge nehmen Fahrt auf: Nun haben die neuseeländische Fluggesellschaft Air New Zealand und der Flugzeughersteller ATR eine Vereinbarung unterzeichnet, nach der sie gemeinsam die Möglichkeiten für ein Hybrid-Regionalflugzeug ausloten werden.

9.11.2018

Air New Zealand betreibt derzeit eine Flotte von 20 ATR 72-600 sowie sieben ATR 72-500. © Pierre Barthe/ATR

Rund 40 Prozent der in Neuseeland genutzten Primärenergie ist erneuerbare Energie. Das Land nutzt vor allem Wasserkraft und Thermalenergie, um Strom zu erzeugen. Dieser hohe Anteil an erneuerbaren Energien, sowie die Geografie des südpazifischen Staates macht die nationale Fluggesellschaft Air New Zealand (Air NZ) zu einem idealen Partner, um die Möglichkeiten zu erkunden, die alternative Flugzeugantriebe in Zukunft bieten können.

Der italienisch-französische Regionalflugzeughersteller ATR hat gestern mit Air New Zealand eine Vereinbarung getroffen, nach der beide Vertragsparteien zusammen die Möglichkeiten für Hybrid-Antriebe für den Regionalluftverkehr ausloten. Das Feld, was beide Partner bearbeiten wollen, verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz. Neben den technischen Möglichkeiten wollen ATR und Air NZ auch erkunden, welche regulatorischen Änderungen, welche Änderungen in der Flughafen-Infrastruktur und welche Änderungen im täglichen Flugbetrieb notwendig sind, um ein Ökosystem zu schaffen, das den gewerblichen Einsatz von Hybrid-Flugzeugen im Regionalverkehr erlaubt.

Vielversprechende Technologie

Christopher Luxon, der Hauptgeschäftsführer von Air New Zealand, sagte anlässlich der Vertragsunterzeichnung: „Wir erwarten, dass Hybrid-Regionalflugzeuge ungefähr innerhalb der nächsten Dekade auf den Markt kommen werden. Abhängig davon, wann diese Hybrid-Technologien auch für größere Turboprop-Flugzeuge zur Verfügung stehen, sehen wir darin ein Potenzial und eine existenzfähige Option für unser regionales Streckennetz. Unsere Regionalflotte erzeugt rund 40 Prozent unserer Emissionen. Damit besteht dort ein enormes Potenzial zur Reduzierung von Kohlenstoffdioxid-Emissionen. Dieses Projekt kann ein bedeutender Faktor beim Erreichen unserer Emissionsziele sein. Wir wollen ab 2020 CO2-neutral wachsen und bis 2050 unseren CO2-Ausstoß auf die Hälfte des Niveaus von 2005 zurückgeführt haben.“

Stefan Bartoli, der Hauptgeschäftsführer (CEO) von ATR, sagte: „ATR arbeitet an der Zukunft, und die Turboprop-Technologie spielt dabei eine wichtige Rolle. Hybrid- und Elekroflugzeuge sind dabei ganz klar ein Weg nach vorne. ATR und Air New Zealand sind das perfekte Team, um die riesigen Chancen und Auswirkungen zu erforschen, die eine solche Technologie auf das Ökosystem Regionalluftfahrt hat. Wir freuen uns darauf, dieses aufregende Projekt gemeinsam zu starten.“ 

Die Air New Zealand betreibt über ihre Regionaltochter Mount Cook Airline insgesamt 27 ATR-Flugzeuge. Neben 20 ATR 72-600 fliegt die Gesellschaft auch noch sieben ATR 72-500.

Volker K. Thomalla

 

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla war von 2016 bis 2018 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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