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Deutschland und Großbritannien grounden die Boeing 737 MAX

Nach der britischen Zivilluftfahrtbehörde CAA hat heute auch das deutsche Verkehrsministerium nach dem Absturz einer Boeing 737 MAX 8 der Ethiopian Airlines  das Muster vorübergehend gegroundet. Damit folgen sie mehreren anderen Staaten und Airlines, die das Flugzeug aus dem Flugbetrieb genommen haben.

12.03.2019

Am 29. Juni 2017 hat Norwegian ihre ersten beiden Boeing 737 MAX 8 in Seattle übernommen. © Boeing

Immer mehr nationale Behörden und Airlines nehmen die Boeing 737 MAX vorübergehend aus dem Flugbetrieb. Derzeit darf die neueste Baureihe von Boeings Narrowbody-Bestseller nicht mehr in Äthiopien, Indonesien, China, Singapur und Ägypten starten. Nun hat sich auch die britische Zivilluftfahrtbehörde UK Civil Aviation Authority (CAA) dazu entschieden, den Flugzeugtyp bis auf weiteres zu grounden. Danach hat auch das deutsche Verkehrsministerium den deutschen Luftraum für das Muster gesperrt. Mehrere Boeing 737 MAX mussten noch in der Luft umkehren und zu Ausweich- beziehungsweise zu ihren Startflughäfen fliegen.

Die heute am frühen Nachmittag veröffentlichte Safety and Operational Directive SD-2019/001 der CAA verbietet bis auf weiteres den Betrieb der Boeing 737 MAX 8 und 737 MAX 9 durch britische oder ausländische AOC-Inhaber im Vereinigten Königreich. Britisch registrierte 737 MAX dürfen seit 13.00 Uhr britischer Zeit nicht mehr fliegen, Flugzeuge dieses Typs mit ausländischer Registrierung dürfen nicht mehr im britischen Luftraum bewegt werden. Als Begründung schreibt die Behörde: „In Anbetracht der Ähnlichkeit der beiden Unfälle wurde vorsorglich entschieden, dass alle Boeing 737-8 „MAX“ und Boeing 737-9 „MAX“ im Vereinigten Königreich von britischen AOC-Inhabern oder ausländischen AOC-Inhabern und Transportunternehmen sollten aufhören, bis geeignete Sicherheitsvorkehrungen getroffen wurden. Dies ist erforderlich, um der CAA zu gewährleisten, dass die betroffenen Flugzeuge den international anerkannten Standards vollständig entsprechen.“

Flugverbot im britischen Luftraum

Im britischen Luftfahrtregister sind derzeit sechs Boeing 737 MAX eingetragen. Sie gehören der TUI Airways UK. Die Airline hatte sich gestern noch für einen Weiterbetrieb ausgesprochen, aber heute eine Kehrtwende gemacht und ihre MAX-Flotte bis auf weiteres gegroundet. Auch die Billigfluggesellschaft Norwegian hatte gestern noch bekanntgegeben, dass sie ihre 737 MAX weiterbetreiben wolle, aber heute nach der Entscheidung der CAA ebenfalls ihre MAX-Flotte aus dem Betrieb genommen.

Die US-Luftfahrtbehörde FAA sieht derzeit noch keine Möglichkeit zum Handeln, da noch nicht ausreichend Informationen über den Unfallhergang in Äthiopien vorlägen, die ein Grounding der MAX-Flotte rechtfertigten. Auch die kanadische Transport Canada sowie die europäische Agentur für Flugsicherheit (EASA) haben kein Flugverbot erlassen. Sie beobachten nach eigenen Angaben die Unfallermittlung sehr genau und sind in Kontakt mit den anderen Luftfahrtbehörden sowie mit dem Hersteller.

Bislang hat der Hersteller rund 350 Boeing 737 MAX 8 und MAX 9 ausgeliefert. Das Flugzeug ist ein Bestseller im Portfolio des Herstellers mit einer Produktionsrate von derzeit 52 Exemplaren pro Monat. Bis Ende des Jahres will Boeing die Produktionsrate sogar auf 57 Flugzeuge pro Monat steigern.

Bob Fischer

 

 

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Über Bob Fischer

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Bob Fischer ist PPL-Inhaber mit diversen Ratings. Er veröffentlicht regelmäßig Beiträge in Luftfahrtmagazinen auf der ganzen Welt. Bob hat eine große Erfahrung in Air-to-air-Fotografie mit Jets, Kolbenmotor- und Turbopropflugzeugen.

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