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Ermittler suchen Triebwerksteile von Airbus A220-300

Mit Hilfe der Öffentlichkeit hoffen die Unfallermittler, den Grund für einen Triebwerksausfall eines PW1524G eines Airbus A220-300 der Swiss aufzuklären. Das Triebwerk erlitt einen mechanischen Schaden im Flug und verlor mehrere Schaufeln. Die wurden bislang noch nicht gefunden. 

21.08.2019

Am 25. Juli 2019 verlor ein PW1500G-Triebwerk eines Airbus A220-300 der Swiss Teile des Niederdruck-Verdichters. © Volker K. Thomalla

Am 25. Juli startete der Airbus A220-300 der Swiss mit dem Kennzeichen HB-JCM leicht verspätet um 16.04 Uhr Ortszeit in Genf zu seinem Flug LX348 nach London-Heathrow. Nach Erreichen der Reiseflughöhe gab es in 32.000 Fuß Flughöhe einen mechanischen Schaden an dem linken Triebwerk vom Typ Pratt & Whitney PW1524G, der die Crew des Jets veranlasste, das betroffene Triebwerk abzuschalten und zum Flughafen Paris Charles-de-Gaulle auszuweichen. Dort landete die A220-300 um 16.55 Uhr.

Schaden am Niederdruckverdichter

Bei der Untersuchung des abgeschalteten Triebwerks stellte sich heraus, dass Schaufeln der ersten Verdichterstufe fehlten. Die französische Flugunfall-Untersuchungskommission BEA (Bureau d’Enquêtes et d’Analyses pour la Sécurité de l’Aviation civile) übernahm die Untersuchung des Zwischenfalls und delegierte sie an die US-Transportsicherheitsbehörde NTSB (National Transportation Safety Board), da das Triebwerk in den USA entwickelt wurde und gebaut wird. Allerdings unterstützen die französischen Unfallermittler ihre US-amerikanischen Kollegen.

Das Suchgebiet liegt rund 50 Kilometer nordwestlich von Dijon. © BEA

Nun suchen die Unfallermittler die fehlenden Teile und haben sich an die Öffentlichkeit gerichtet, um die Teile zu finden. Das Suchgebiet befindet sich nahe der Ortschaft Perrigny-sur-Armaçon rund 50 Kilometer nordwestlich von Dijon in Frankreich. Unter Berücksichtigung der herrschenden Windverhältnisse konnten die Unfallforscher das Suchgebiet eingrenzen.

Die gesuchten Triebwerksteile sind aus Titan gefertigt und können sehr scharfkantig sein, warnen die Unfallforscher. Sie sind maximal 30 Zentimeter lang, schreibt das BEA. Sollte jemand ein solches Teil finden, bitten die Unfallermittler, es vor Ort zu fotografieren, die Daten des Fundorts zu notieren und das Foto an das BEA per Mail zu schicken. Die E-Mail-Adresse lautet: appel-a-temoins@bea.aero

Volker K. Thomalla

 

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla ist seit 2016 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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