Homepage » Luftverkehr » Extremkälte führte in Chicago zu über 4.000 gestrichenen Flügen

Extremkälte führte in Chicago zu über 4.000 gestrichenen Flügen

Die extreme Kälte, die in dieser Woche über den Mittleren Westen der Vereinigten Staaten hereingebrochen war, hat zu massiven Störungen im Luftverkehr geführt. Das Epizentrum der wetterbedingten Flugstreichungen war der internationale Flughafen von Chicago, berichtet Volker K. Thomalla von dort.

1.02.2019

Schnee war in der letzten Januarwoche 2019 im Mittleren Westen das kleinere Problem beim Flugbetrieb. Extreme Kälte hatte allein in Chicago zu 4.000 ausgefallenen Flügen geführt. © Volker K. Thomalla

Ein Polarwirbel hatte zu Wochenbeginn extrem kalte Luft in den Mittleren Westen der USA gebracht. Dort wurden vielfach historische Tiefsttemperaturrekorde gebrochen, und das öffentliche Leben kam großenteils zum Erliegen. Die Millionenmetropole Chicago im US-Bundesstaat Illinois verpasste nur um wenige Grad Celsius eine neue Rekord-Tiefsttemperatur, aber der starke Wind in der Region verwandelte durch den Chill-Faktor die gemessene Temperatur von -33 °Celsius in eine gefühlte Temperatur von -41 °Celsius. Der Aufenthalt im Freien führte bei falscher Bekleidung zu Erfrierungen der Haut, selbst durch Handschuhe hindurch.

Winterflugbetrieb in Chicago

Diese Extremkälte hat in dieser Woche auch den Luftverkehr in der Region massiv beeinflusst. Allein an den beiden Flughäfen Chicago O’Hare International Airport (ORD) und Chicago Midway International Airport (MDW) fielen zwischen Dienstag und Donnerstag 3.500 beziehungsweise 850 Flüge aus. Zusätzliche Flugausfälle gab es an den Regionalflughäfen im Nordosten des Landes. Am heutigen Freitag normalisierte sich die Lage langsam, aber in O’Hare strichen die Airlines immerhin noch acht Prozent aller Flüge, das waren bis zum frühen Nachmittag in absoluten Zahlen 116 Flüge.

Chicago O’Hare litt unter der Extremkälte

Zwar gab es an den Tagen Schneetreiben, was zu Betriebsunterbrechungen auf den Airports führte, da die Pisten geräumt werden mussten, aber der Hauptgrund für die Flugausfälle lag vor allem darin begründet, dass die Airlines ihre Mitarbeiter in dieser Kälte nicht über einen längeren Zeitraum im Freien arbeiten lassen konnten. Außerdem versagten viele der Service-Fahrzeuge – vor allem elektrisch betriebene – auf den Airports bei diesen arktischen Temperaturen ihren Dienst. Einige Fahrzeuge wurden deshalb mit laufenden Motoren abgestellt, damit sie nicht einfrieren, konnte der Autor dieses Beitrag in Chicago O’Hare selbst beobachten. Der Flugverkehr soll ab Samstag Mittag wieder normal laufen.

Die Extremkälte zieht nun nach Osten ab und soll am Wochenende in der Region einem Wärme-Einbruch Platz machen. Der US-Wetterdienst NOAA sagt für den Samstag und Sonntag einen Temperaturanstieg von über 30 °Grad vorher. Die Menschen in der Region und die Hub-Manager an den Flughäfen wird’s freuen.

Volker K. Thomalla

 

 

Folgen Sie uns auf Twitter
Liken Sie uns auf Facebook

 

 

Auch interessant:

Taifun Jebi setzt den Kansai Airport unter Wasser

A380 aus Frankfurt muss auf Provinzflugplatz ausweichen

Schneesturm in Atlanta führt zu zahlreichen Flugausfällen

 

Über Volker K. Thomalla

zum Aerobuzz.de
Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla ist seit 2016 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.