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Monarch Airlines stellt Flugbetrieb ein

Die britische Ferienfluggesellschaft Monarch Airlines hat heute überraschend Insolvenz angemeldet und sofort den Flugbetrieb eingestellt. Rund 110.000 Passagiere sitzen fest und werden nun von Charterflugzeugen im Auftrag der britischen Regierung zurückgeholt.

2.10.2017

Monarch Airlines hat am 2. Oktober überraschend Insolvenz angemeldet und den Flugbetrieb eingestellt. © P. Pigeyre/Airbus

Die Nachricht war kurz, aber bedeutend: Die britische Zivilluftfahrtbehörde CAA verschickte heute morgen um 04.30 Uhr eine SMS an alle ihr bekannten Reisenden der britischen Ferienfluggesellschaft Monarch Airlines. „Important! Monarch has stopped operating. Please do not go to the airport!“ hieß es in der Nachricht. („Wichtig! Monarch hat den Betrieb eingestellt. Bitte fahren Sie nicht zum Flughafen!“)

Die britische Regierung hat die Civil Aviation Authority (CAA) nun beauftragt, die gestrandeten Monarch-Passagiere nach Hause zu holen. Sie schrieb an die Passagiere: „Jeder, der einen Flug in den nächsten 14 Tagen gebucht hat, wird zurück in das Vereinigte Königreich geholt, ohne Extrakosten. Es besteht keine Notwendigkeit dazu, seinen Aufenthalt abzukürzen.“ Rund 110.000 Passagiere sind von der Pleite betroffen. Die britische Regierung bezeichnete die nun anlaufende Operation als „die größte Rückholaktion in Friedenszeiten“. Die CAA hat bereits begonnen, Flugzeuge zu chartern, um die Fluggäste zu holen. Dazu benötigt sie 30 Flugzeuge.

Die CAA koordiniert die Rückholaktion

Passagiere, die ein Ticket für einen künftigen Flug mit Monarch Airlines gebucht haben, werden nicht umgebucht, die Tickets verfallen, wenn sie nicht im Rahmen eines Reisepakets gebucht worden sind. Nach Angaben der CAA sind rund 300.000 Flugscheine davon betroffen.

Monarch Airlines wurde im Juni 1967 gegründet und nahm im April 1968 den Flugbetrieb auf. Zuletzt betrieb sie eine Flotte von 36 Flugzeugen: 25 Airbus A321, 10 Airbus A320 sowie eine Boeing 737-800. Das Unternehmen hatte erst 2014 einen Auftrag über 30 Boeing 737 MAX 8 bei Boeing unterzeichnet, der später sogar auf 45 Flugzeuge erhöht worden war.

Kontinuierlicher Rückgang der Passagierzahlen

Als Hauptgrund für die Pleite nannte Andrew Swaffield, der Hauptgeschäftsführer (CEO) von Monarch, in einem Brief an die Angestellten die Auswirkungen des Terrorismus auf den Ferienflugverkehr. Monarch hat vor allem Warmwasserziele in Tunesien, Ägypten, Türkei, Spanien und Portugal bedient. 2014 hat Monarch Airlines über sieben Millionen Passagier befördert. 2015 musste die Airline einen Rückgang auf 5,7 Millionen Passagiere verkraften. Dieser Trend hatte sich auch 2016 und 2017 fortgesetzt. Der Ladefaktor lag zuletzt bei nur noch 75 Prozent.

Swaffield schrieb: „Seit 2015 haben wir unsere Margen von Quartal zu Quartal kollabieren sehen, was zu einem Rückgang unseres Umsatz von 160 Millionen Pfund geführt hat. In diesem Jahr hat die Airline 14 Prozent weniger Passagiere befördert als im letzten Jahr, was zu einem weiteren Rückgang des Umsatzes um 100 Millionen Pfund geführt hat. Viele von ihnen haben Jahre damit verbracht, für diese Firma zu arbeiten. Ich möchte Ihnen für Ihre Dienste und Ihre Loyalität danken. Ich bin sehr traurig, dass es nun so endet.“

Volker K. Thomalla

 

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla ist seit 2016 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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