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Russland droht mit Schließung des Luftraums für niederländische Airlines

Der Flughafen Amsterdam-Schiphol hat aufgrund von Kapazitätsproblemen der russischen Frachtfluggesellschaft AirBridgeCargo (ABC) zum Winterflugplan nicht die gewünschte Zahl von Slots eingeräumt. Nach Berichten der holländischen Zeitung "De Telegraaf" droht Russland nun mit der Schließung des Luftraums für alle niederländischen Airlines.

31.10.2017

Der russischen Frachtfluggesellschaft AirBridgeCargo wurden aus Kapazitätsgründen Landerechte in Amsterdam entzogen. © AirBridgeCargo

Der Flughafen Amsterdam-Schiphol hat ein Slotproblem. Immer mehr Passagierflugzeuge fliegen das Drehkreuz an, aber die Zahl der Slots kann nicht weiter steigen. Deshalb hat er rigoros der Expansion von Frachtfluggesellschaften einen Riegel vorgeschoben. Besonders getroffen hat es die russische AirBridgeCargo, die im Winterflugplan 2017/18 die Zahl ihrer wöchentlichen Flüge in Schiphol von 13 auf 23 erhöhen wollte. Um die Slots zu erhalten, hatte ABC im Vorfeld dem niederländischen Verkehrsministerium auch mit dem Abzug sämtlicher Flüge aus Amsterdam gedroht.

Nur 13 der 23 beantragten Slots genehmigt

Der Flughafen hat AirBridgeCargo zum Winterflugplan nun aber lediglich 13 Slots genehmigt. Nun droht Russland nach einem Bericht der niederländischen Tageszeitung „De Telegraaf“ mit der Schließung seines Luftraums für niederländischen Fluggesellschaften. Sollte eine solche Schließung erfolgen, wäre das für die niederländische KLM ein schwerer Schlag. Die Airline fliegt in Russland zwar nur zwei Destinationen – St. Petersburg und Moskau – an, aber alle Asienverbindungen, die russischen Luftraum berühren, müssten dann große Umwege fliegen und zum Teil sogar zwischenlanden. Dies wäre ein Verlängerung der Flugzeit um drei bis fünf Stunden. Davon betroffen wären die für die Airline attraktiven Flüge nach Japan, China und Südkorea.

Sollte es zu keiner Einigung kommen, und AirBridgeCargo alle Flüge von Amsterdam-Schiphol abziehen, könnten die Flughäfen von Lüttich (Liège) in Belgien oder der Flughafen Hahn im Hubsrück davon profitieren, denn sie haben noch Kapazitäten für Frachtflüge.

Bob Fischer

 

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Bob Fischer ist PPL-Inhaber mit diversen Ratings. Er veröffentlicht regelmäßig Beiträge in Luftfahrtmagazinen auf der ganzen Welt. Bob hat eine große Erfahrung in Air-to-air-Fotografie mit Jets, Kolbenmotor- und Turbopropflugzeugen.

1 Kommentar

  • Rudi

    Solche Attitüden hatten die Russen in den vergangenen Jahren schon öfter. Vor einigen Jahren wurde beispielsweise LH gezwungen, ihr Frachtdrehkreuz in Kasachstan zu Gunsten eines russischen Flughafens aufzugeben. Damals hatte weder die Bundesregierung noch die EU genügend Mumm, den Russen Paroli zu bieten und LH zog mit ihrem Frachtdrehkreuz notgedrungen nach Sibirien. Die Antwort auf solche Rücksichtslosigkeiten kann nur sein, dass Russen für EU-Staaten kein Einreisevisum mehr erhalten und die Überflugrechte über EU-Territorium für Russenflieger komplett einkassiert werden.
    Der Effekt daraus wäre eine Stärkung von Russlands Realitätssinn.

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