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XL Airways hat den Ticketverkauf eingestellt

Die französische Fluggesellschaft XL Airways hat auf ihrer Website bekannt gegeben, dass sie leider gezwungen sei, den Verkauf von Tickets zum 19. September 2019 einzustellen. Sie begründet dies mit "großen finanziellen Schwierigkeiten". 

20.09.2019

Nach der Insolvenz von Aigle Azur ist mit XL Airways nun eine weitere französische Fluggesellschaft in eine Schieflage geraten. © Airbus

Nach den Passagieren von Aigle Azur sind es nun die Fluggäste von XL Airways, die von den finanziellen Problemen der Airline direkt betroffen sind. XL Airways hat angekündigt, ihre geplanten Flüge an diesem Wochenende noch durchzuführen, schreibt aber auch, dass einige Flüge ab dem 23. September storniert werden könnten. Passagiere würden gebeten, den Status ihrer Flüge zu überprüfen. Dies betreffe auch Fluggäste, die nach dem 23. September fliegen wollen.

Die Airline, die sich auf Langstreckenflüge spezialisiert hat, beschäftigt 570 Mitarbeiter, darunter 400 Crewmitglieder und befördert mit einer Flotte von vier Airbus A330 (eine A330-300 und drei A330-200) annähernd 800.000 Passagiere pro Jahr. XL Airways hat ihren Sitz auf dem Flughafen Paris Charles de Gaulle und bietet auch Flüge von Lyon nach Réunion an. Außerdem bedient sie karibische Destinationen aus Lyon, Toulouse und Bordeaux heraus. Zusätzlich zu den Linienflügen hat XL Airways auch das ganze Jahr über Charterflüge für die wichtigsten französischen und europäischen Reiseveranstalter durchgeführt.

Warnsignale wurden überhört

Trotz der Warnsignale, die vor Monaten von dem nationalen französischen Luftverkehrsverband FNAM (Fédération nationale de l’aviation marchande) sowie der Flughafenvereinigung UAF gegeben wurden, hat die französische Regierung das Ausmaß der Probleme für die französischen Carrier nicht ausreichend berücksichtigt. Die Beteiligten hatten gehofft, dass die nationale Luftfahrtkonferenz eine Strategie zur Wiederbelebung der französischen Luftfahrtunternehmen verabschieden würde. Stattdessen kündigte die Regierung die Einführung einer Luftverkehrssteuer an.

Was die insolvente Aigle Azur betrifft, haben sowohl Air France als auch die Dubreuil-Gruppe und easyJet angekündigt, neue Übernahmeangebote abgeben zu wollen. Die beiden französischen Bieter wollen durch eine mögliche Übernahme auch soziale Spannungen in der Branche verhindern, um für die nächsten Monate gewappnet zu sein, die für den globalen Luftverkehr eine Herausforderung darstellen könnten.

Gil Roy

 

 

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Über Gil Roy

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Gil Roy hat Aerobuzz.fr 2009 gegründet. Er arbeitet seit 1981 hauptberuflich als Journalist. Sein Fachwissen in den Bereichen Allgemeine Luftfahrt, Luftverkehr und Nachhaltigkeit der Mobilität lassen ihn häufig als Autor in verschiedenen Fachpublikationen, aber auch in allgemeinen Medien (Air & Kosmos, l'Express, Aviasport...) erscheinen. Er ist Chefredakteur von Aerobuzz und Autor von sieben Büchern. Gil Roy hat den Literaturpreis des Aéro-Club de France erhalten und ist Träger der Médaille de l'Aéronautique.

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