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Hubschrauber-Beschaffung kann nun doch starten

Aufatmen bei der Bundeswehr: Das auf unbestimmte Zeit verschobene Beschaffungsvorhaben eines Nachfolgers der CH-53G/GS kann nun doch beginnen. In einer "Bereinigungssitzung" des Haushaltsausschusses wurden die benötigten Mittel für den Start der Ausschreibung in das Budget eingestellt.

9.11.2018

Boeing tritt mit der CH-47 Chinook im Wettbewerb der Bundeswehr für einen neuen schweren Transporthubschrauber an. © Volker K. Thomalla

Die Bundeswehr musste aufgrund der Planung des Bundeshaushaltes für 2019 den eigentlich für dieses Jahr vorgesehenen Start des Vergabeverfahrens für den schweren Transporthubschrauber auf unbestimmte Zeit verschieben (Aerobuzz.de hat darüber berichtet). Doch aufgrund der Intervention des Bundesverteidigungsministeriums hat es nun eine Kehrtwende gegeben. Der Haushaltsausschuss des Bundestages hat in seiner gestrigen „Bereinigungssitzung“ in Berlin unter anderem ein um 323 Millionen Euro erhöhtes Verteidigungsbudget beschlossen. Dieses Geld soll vor allem zur Umsetzung von dringend benötigten Großprojekten wie dem neuen schweren Transporthubschrauber verwendet werden.

Die CH-53K King Stallion gab auf der ILA 2018 in Berlin ihr internationales Airshow-Debüt. © Messe Berlin

Neben dem zusätzlich genehmigten Geld für 2019 hat der Haushaltsausschuss außerdem so genannte Verpflichtungsermächtigungen genehmigt, mit denen die Finanzierung der Großprojekte auch in den nächsten Jahren weitestgehend gesichert ist. Der größte Posten bei den Verpflichtungsermächtigungen entfällt dabei auf das Beschaffungsvorhaben des schweren Transporthubschraubers, für den 5,6 Milliarden Euro bis zum Jahr 2031 festgelegt werden.

Die CH-53G wird bald ausgemustert

Mit dieser Vorgabe kann das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) nun die Arbeiten am Vergabeverfahren für den schweren Transporthubschrauber wieder aufnehmen. Aufgrund der Dringlichkeit – die CH-53G/GS der Bundeswehr stehen ab 2025 zur Ausmusterung an – kommt keine Neuentwicklung in Frage, sondern nur die Beschaffung eines bereits bestehenden Musters. Die hohe Einsatzbelastung des Musters hat den Wartungs- und Überholungsaufwand für die CH-53G in die Höhe schnellen lassen, während der Klarstand des Musters sinkt.

Es gibt nur zwei Anbieter, deren Muster die Vorgaben des Verteidigungsministeriums erfüllen können: Die CH-47 Chinook von Boeing sowie die CH-53K King Stallion der Lockheed Martin-Tochter Sikorsky Aircraft. Beide Hersteller hatten ihre Helikopter auf der ILA in Berlin im April gezeigt.

Volker K. Thomalla

 

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