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Passagier schießt sich beim Start aus einer Rafale B

Ein skurriler Unfall hat sich auf dem Stützpunkt Saint-Dizier der französischen Armée de l'Air ereignet: Beim Start mit einer doppelsitzigen Rafale hat sich der zivile Passagier des Fighters mit dem Schleudersitz aus dem Cockpit geschossen.

24.03.2019

Eine doppelsitzige Rafale B der französischen Armée de l'Air. © K. Tokunaga/Dassault Aviation

Bei einem Unfall am 20. März auf dem französischen Stützpunkt Saint-Dizier-Robinson (Base Aérienne BA113) im Osten Frankreichs wurde ein 64-jähriger männlicher Passagier während des Starts aus einer Dassault Rafale B herausgeschossen. Der Unfall hatte sich gegen 13.50 Uhr ereignet, der Pilot konnte den Start fortsetzen und landete nach einer erweiterten Platzrunde wieder.

Der Passagier, dessen Identität nicht veröffentlicht wurde, landete auf der Startbahn und verletzte sich beim Aufprall am Rücken. Die Verletzungen waren schwer, aber nicht lebensbedrohend. Er wurde in ein Krankenhaus eingeliefert. Der Fighterpilot erlitt Schnittwunden an den Händen.

Mitflüge sind gelegentlich möglich

Die Luftstreitkräfte ermöglichen ab und zu Zivilpersonen einen Mitflug in einem Kampfflugzeug. Dabei handelt es sich häufig um Journalisten, die darüber berichten oder hochrangige Personen befreundeter Staaten, die über eine Beschaffung eines solchen Flugzeugmusters nachdenken. Vor einem Mitflug in einem Fighter muss ein Passagier aber eine entsprechende medizinische Untersuchung bestehen und wird  mit dem Cockpit vertraut gemacht. Dabei wird dem potenziellen Passagier in der Regel deutlich gezeigt, welche Hebel und Knöpfe er auf keinen Fall berühren oder betätigen darf.

Die militärische und die zivile Flugunfall-Untersuchungsbehörde sowie die Gendarmerie de l’Air haben Untersuchungen eingeleitet, um zu klären, warum der Schleudersitz ausgelöst wurde. Ein solcher Vorfall kommt nach Angaben eines Sprechers der französischen Luftstreitkräfte sehr selten vor.

Die Schleudersitze der französischen Rafale-Kampfflugzeuge stammen von dem Konsortium SEMMB, einem 50/50-Joint-Venture des französischen Safran-Konzerns und des britischen Unternehmens Martin Baker. Die Rafale-Schleudersitze wiegen rund 90 Kilogramm und bestehen aus 3.500 Einzelteilen. Beim Ausschuss entstehen Lastvielfache zwischen 14 und 22 g und zwei Sekunden nach dem Ziehen des Auslösehebels ist der Fallschirm voll entfaltet.

Volker K. Thomalla

 

 

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