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USA haben die TU-214ON für Open Skies-Flüge zugelassen

Nachdem Inspektoren aus den Vereinigten Staaten Mitte September dem neuen russischen Überwachungsflugzeug Tu-214ON Überflüge im Rahmen des Open Skies-Abkommens verweigert hatten, darf das Spezialflugzeug nun auch zu Kontrollflügen starten.

5.10.2018

Die USA haben Überflüge der Tu-214ON mit der neuen russischen Kamera im Rahmen des Open-Skies-Vertrages nun erlaubt. © Artem Katranzhi

Das 1992 geschlossene Open Skies-Abkommen erlaubt es den Vertragsstaaten, Kontrollflüge mit zugelassenen Aufklärungsflugzeugen über dem Territorium der anderen Nationen durchzuführen. Diese Offenheit soll als vertrauensbildende Maßnahme den Frieden sichern. Allerdings müssen die bei den Flügen verwendeten Flugzeuge mit ihren Sensoren von allen Vertragspartnern zugelassen, und die geplanten Flugrouten vorab übermittelt werden.

Russland hat bislang für die Open Skies-Flüge zwei Flugzeuge vorgehalten: Eine speziell ausgerüstete Tupolew Tu-154M Lk-1 sowie eine Antonow An-30B. Seit 2011 entwickelt das Land mit der Tu-214ON einen Nachfolger für die Open-Skies-Tu-154 und hat es zwischen dem 2. und dem 11. September dieses Jahres 70 Vertretern der Vertragspartnern vorgestellt.   Allerdings weigerte sich der Vertreter der US-Regierung ohne Angabe von Gründen, das Flugzeug für diese Missionen anzuerkennen.

Dies ist jetzt nachträglich geschehen, so dass die Tu-214ON nun zu Kontrollflügen verwendet werden darf. „Die Zulassung des neuen Überwachungsflugzeugs erlaubt uns, unsere Fähigkeiten zur Durchführung von effizienten Beobachtungsflügen zu erweitern und Flüge über dem Territorium Großbritanniens, der Vereinigten Staaten und Kanadas durchzuführen“, sagte Sergej Ryschkow, der Leiter des russischen Zentrums zur nuklearen Risikominimierung beim russischen Verteidigungsministerium.

Die Auflösung ist genau definiert

Die Tu-214ON ist unter anderem mit drei Digitalkameras sowie Infrarotsensoren ausgerüstet, die unabhängig vom Wetter eine Beobachtung des überflogenen Geländes ermöglichen. Russland hatte vermutet, dass die neue russische Digitalkamera OSDCAM4060 der Grund für die verspätete Zertifizierung des Flugzeugs durch die USA sei. Der Vertrag erlaubt elektro-optischen Sensoren eine Auflösung von 30 Zentimetern, Infrarot-Sensoren eine Auflösung von 50 Zentimetern und Radars eine Auflösung von 3,0 Metern.

Deutschland hat seit dem Absturz seiner Open-Skies-Tu-154M 1997 vor der Küste Namibias keine eigenen Flugzeuge für diese Missionen mehr. Allerdings wird die Flugbereitschaft in Zukunft einen Airbus ACJ319 erhalten, der explizit für Open-Skies-Flüge vorgesehen ist. Der Jet stammt vom Volkswagen Air Service, wo er unter der Registrierung VP-CVX flog. Er wird im Moment bei der Lufthansa Technik auf die Umrüstung für seine neuen Aufgaben vorbereitet.

Bob Fischer

 

 

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